E-Commerce

100 österreichische Onlineshops setzen 2,1 Milliarden Euro um

Die hohe Konzentration an der Spitze weise auf eine Wettbewerbsverzerrung hin, kritisiert der Handelsverband. Die Gründe dafür sieht er in ungünstigen Steuerregelungen, die ausländischen Mitbewerbern Vorteile gegenüber heimischen verschaffen.

EHI Statista Handelsverband Studie E-Commerce Handel

Die Top-100-Onlineshops in Österreich setzten im vergangenen Jahr 2,1 Mrd. Euro im Internet um. Das bedeutet ein Umsatzwachstum von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Schweiz konnten die hundert umsatzstärksten Onlinehändler sogar zweistellig zuelegen, auf umgerechnet 4,8 Mrd.Euro.

Das sind zwei der Ergebnisse der Studie „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2017“ vom EHI  EHI Retail Institute und Statista in Kooperation mit dem Handelsverband.

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Top 3 machen 40% des Umsatzes

Die Marktkonzentration ist in beiden Alpenländern weiterhin auf einem hohen Stand, wenngleich ein geringerRückgang zu beobachten ist. Mit 841 Mio. Euro generierten die Top 3 in Österreich bereits rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 100, nach wie vor zum Großteil getrieben durch amazon.de (556 Mio. Euro), gefolgt von zalando.at (174,3 Mio. Euro) und universal.at (111,1 Mio. Euro). Die zehn führenden Onlineshops konnten mit 56,7 Prozent (Vorjahr: 57,6 Prozent) sogar mehr Umsatz erwirtschaften als die Shops auf den folgenden neunzig Rängen.

© EHI/Statista

Top 10: Statistik Österreich

Schweiz: Amazon auf Platz 3

Ganz ähnlich sieht es in der Schweiz aus, wo rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes auf die Top 3 entfallen. Im Gegensatz zu der E-Commerce-Spitze in Österreich liegen die Umsätze der drei stärksten Onlineshops der Schweiz – digitech.ch (524,6 Mio. Euro), zalando.ch (465,4 Mio. Euro) und amazon.de (414 Mio. Euro) – noch eng beieinander. Die zehn umsatzstärksten Onlineshops beanspruchen mit 53,2 Prozent (Vorjahr: 54,4 Prozent) hier ebenfalls mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top-100-Onlineshops.

Handelsverband sieht Gefahr der Wettbewerbsverzerrung

"Bereits ein Drittel aller Online-Umsätze in Österreich werden von den Top 100 erzielt, davon mehr als die Hälfte von den Top 10 und ein Viertel allein von Amazon. Die Konzentration an der Spitze hat ein signifikantes Maß angenommen, wodurch der Ruf nach Regulierung lauter wird", warnt Rainer Will vom Handelsverband Österreich. "Der Handelsverband weist seit Jahren auf wettbewerbsverzerrende Steuerregelungen hin, die internationalen Playern vor allem aus Drittstaaten Steuervorteile verschaffen und den heimischen Handel extrem unter Druck setzen."

Generalisten vorne

Im Ranking der 100 umsatzstärksten Onlineshops in Österreich bestimmen nach wie vor die Generalisten mit einem Anteil von 42,3 Prozent das Bild. Die Fashion-Anbieter sind mit 24,2 Prozent zweitstärkste Branche im Ranking. Darauf folgen die Shops der Unterhaltungselektronik mit 17,0 Prozent. Die Dominanz der drei stärksten Branchen wird im Vergleich mit der viertstärksten Branche besonders deutlich: So machen Möbel und Haushalt nur noch einen Anteil von 3,1 Prozent aus.

© EHI/Statista

Top 10: Statistik Schweiz

Der Anteil der Generalisten ist im Schweizer Onlinehandel mit 37,5 Prozent ebenfalls hoch, insbesondere in der Spitze. Sechs Generalisten befinden sich alleine unter den Top 10. Allerdings sind die Branchenanteile im Vergleich zu Österreich gleichmäßiger verteilt. Hier belegen die Anbieter von Unterhaltungselektronik mit 21,0 Prozent Rang 2, gefolgt vom Bereich Bekleidung, der einen Anteil von 15,3 Prozent ausmacht. Charakteristisch für den Schweizer Markt ist der hohe Anteil an Lebensmittelhändlern, die 9,1 Prozent für sich beanspruchen. Im Vergleich dazu liegt der Anteil an Lebensmittel-Shops In Österreich nur bei 1,7 Prozent und in Deutschland bei 1,0 Prozent.

Die Studie erscheint 29. November 2017 und kann im EHI-Shop vorbestellt werden