Corona-Krise

397 Soldaten helfen im Post-Logistikzentrum Hagenbrunn aus

Die Infektionen bei Mitarbeitern haben nun einen Einsatz des Bundesheers zur Folge. 397 Bedienstete seien im Schichtbetrieb tätig, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei einem Besuch der Einrichtung. In dieser Zahl seien auch Spezialisten des ABC-Abwehrzentrums Korneuburg enthalten.

KEP Österreichische Post Georg Pölzl Coronavirus Verteilzentren

Am Wochenende war das Areal desinfiziert worden. Noch in der Nacht auf Sonntag begannen Soldaten und Zivilbedienstete vom Kommando Streitkräftebasis aus Salzburg, der Steiermark, aus Niederösterreich, Oberösterreich und Wien mit der Arbeit. Sie ersetzen die komplette Mannschaft der Post in der Logistikhalle. Die Dauer des Einsatzes ist laut Verteidigungsministerium vorerst mit zwei Wochen festgelegt.

Unterstützung auch in Inzersdorf geplant

Die Unterstützungsleistung sei zu bezahlen, sagte Tanner am Montag in Hagenbrunn. Wie hoch die Kosten sein werden, konnte Post-Generaldirektor Georg Pölzl nicht sagen. Er wies jedoch darauf hin, dass auch für das Postzentrum Inzersdorf in Wien bereits eine Unterstützungsanforderung abgeschickt worden sei. Sei diese eingelangt, werde das Bundesheer ebenfalls zur Stelle sein, kündigte die Ministerin an.

Es habe sich um einen Rat der Gesundheitsbehörde gehandelt, die Mannschaft an dem niederösterreichischen Standort auszuwechseln, sagte Pölzl weiter. Wie viele Infizierte es in Hagenbrunn und Inzersdorf gebe, konnte Pölzl nicht sagen. „Das ändert sich laufend“, meinte er. Gleichzeitig verwies er auf kolportierte Zahlen. Demnach wurden in Hagenbrunn 63 Mitarbeiter positiv getestet, in Inzersdorf waren es 70.

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„Explosionsartige Entwicklung“

Dass seitens der Post AG im Zusammenhang mit den Coronavirus-Infektionen sorglos gehandelt worden sein könnte, „sehe ich gar nicht so“, sagte Georg Pölzl am Montag. An dem niederösterreichischen Standort und in Wien-Inzersdorf habe es eine Häufung der Fälle gegeben. Das habe sich „explosionsartig entwickelt“.

Zuvor nur Einzelfälle

Tests hätten alles zutage gebracht, erklärte Pölzl. Die Mitarbeiter hätten keine Symptome gehabt. Nur eine Person sei im Krankenhaus. Pölzl verwies auch darauf, dass 12.000 bis 13.000 der 20.000 Post-Mitarbeiter täglich Kundenkontakt hätten. Dennoch habe es vor der nunmehrigen Häufung in Hagenbrunn und Wien-Inzersdorf nur Einzelfälle von Infektionen gegeben, „keine 100“ österreichweit, auch in Logistikzentren.

Pölzl stellte zudem klar, dass Leiharbeiter teurer als eigenes Personal seien. Der Einsatz habe demnach keine Kostengründe, sondern entspreche den „Realitäten unserer Arbeitswelt“. Er stehe auch dazu, Asylberechtigte zu beschäftigen, so der Postchef. Hagenbrunn sei vor einem halben Jahr eröffnet worden und habe demnach einen hohen Anteil an Leiharbeitern von „50 Prozent und darüber“. Stammpersonal entwickle sich erst. (apa/red)

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