Online-Handel

Amazon entlässt die Post und kommt selbst

Ab Herbst will Amazon nur mehr selbst ausliefern. Gemunkelt wird aber auch über eine weitere Neuerung, die damit nach Österreich kommen könnte. Was das für die Post bedeutet und warum es dann in Wien vielleicht weniger grantelt.

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Schluss mit Post, Hermes und DHL. Amazon verlässt sich in Wien künftig nur mehr auf sich selbst. Ab Oktober will der Online-Riese seine Pakete im Großraum der Stadt ausschließlich mit eigenen Zustellern ausliefern. Das wurde zwar von Amazon selbst zwar noch nicht, kürzlich aber bereits von der Österreichischen Post bestätigt. Für die zählt Amazon zu den größten Kunden. Die zunehmende Flut an im Netz georderten Sendungen stellte die Post zwar gerade zu Weihnachten immer wieder vor große Herausforderungen, doch hat sie ihre gute Konjunktur gerade diesem Stress zu verdanken.

Wenn Amazon nun seine eigenen Boten von Tür zu Tür schickt, könnte auch der Service Prime Now erstmals nach Österreich kommen. Prime Now bietet – ab einem Mindestbestellwert und gegen einen Aufpreis natürlich – die Lieferung bestimmter Produkte innerhalb von einer oder zwei Stunden. Darunter finden sich Lebensmittel und Getränke, aber auch Kleidung, Bücher und Elektronikartikel. In Berlin und München gibt es das Zusatzangebot bereits.

3,99 Euro gegen den Grant

Der schnelle Service könnte etwas Wasser auf die Flammen bedeuten, die in letzter Zeit wieder vermehrt hochzugehen scheinen, wenn Kunden sich mit den Wartezeiten auf Bestellungen und anderen Zuständen unzufrieden zeigen – etwa, wenn sie schwören könnten, den ganzen Tag zu Hause gewesen zu sein und dennoch heißt es auf dem gelben Zettel im Postkasten dann: „Wir konnten Sie heute leider nicht antreffen.“ Beim extra-bezahlten Ein-Stunden-Lieferfenster wird das wohl nicht mehr so leicht gehen. Ist einigen wahrscheinlich die 3,99 wert.