Automatisierung

Amazon Go ist erst der Anfang der automatisierten Supermärkte, denn ein Startup macht nun Amazon Konkurrenz

Brick and Mortar im Handel sind Geschichte? Ausgerechnet Amazon ist mit Amazon Go, einem voll automatisierten Supermarkt, treibende Kraft dagegen. Und geht es nach der Idee eines neuen Start-ups, wird es bald gar keine Kassen mehr geben.

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Letzte Woche hat Amazon Go seinen vierten Standort eröffnet. Der automatisierte, vollkommen kassenlose Supermarkt in Chicago ist der erste Standort außerhalb Seattles, der Heimatstadt des Online-Riesen. Noch dieses Jahr sollen fünf weitere Eröffnungen folgen, darunter in New York und San Francisco.

Amazon Go zeigt, dass Brick and Mortar im Lebensmittelhandel noch nicht am Aussterben sind – doch auch hier macht die Automatisierung nicht Halt. Das Einkaufserlebnis ist eigentlich eine physische Online-Tour ist.

Denn Amazon Go-Läden führen ausschließlich Amazon-Produkte und die Shopper brauchen ein Amazon-Konto mit App auf ihrem Handy, das im Laden gescannt wird. Spontan kann also niemand, der bisher noch keinen Account hatte, hier Bananen und Brot besorgen. Dieser Umstand kann aber wahrscheinlich außer Acht gelassen werden, denn wer bisher Amazon so standhaft verweigert hat, dass er tatsächlich noch kein Konto hat, wird auch nicht einfach so in den Amazon Go-Laden spazieren.

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Hat das Anstehen an der Kasse bald ein Ende?

Aber Amazon ist nicht der einzige Händler, der den Verkauf automatisieren will. Und genau hier wittert Trigo Vision seine Chance. Der israelische IT-Startup bietet eine Software an, die das wahrscheinlich Nervigste beim Einkaufen obsolet machen soll – das Schlangestehen an der Kassa. „Ich glaube, Verkäufer wollen die Kundenerfahrung verbessern. Sie verstehen, dass die Menschen nicht warten wollen“, sagt der Geschäftsführer von Trigo Vision, Michael Gabay.

Die Software soll an jede Ladengröße anpassbar und für Händler wie Kunde leicht bedienbar sein. Im Gegensatz zu Amazon Go funktioniert diese Innovation aber nicht über Sensoren, die laut Aussage des Jungunternehmens die ganze Technologie nur unnötig teuer machen würden, sondern über ein in die Decke eingebautes Kameranetzwerk. Die Kameras identifizieren, was der Kunde in seinen Einkaufswagen legt – und verstehen auch, wenn das Produkt wieder zurückgelegt wird. Für den Bezahlvorgang gibt es dann drei verschiedene Möglichkeiten. Kunden können ihre Kreditkarte im Vorhinein im Geschäft registrieren lassen. Der Kunde wird von nun an beim Betreten des Geschäfts identifiziert und seine Produkte von der Kreditkarte abgebucht. Die Identifizierung funktioniere aber ausschließlich über die Karte, nicht über Gesichtserkennung, versichert Trigo Vision.

Ist dem Kunden das dennoch ein bisschen zu Big Brother, kann er beim Ausgang die von den Kameras erkannten Produkte einfach im Selbst-Checkout bezahlen.

Zu guter Letzt gibt es noch die App-basierte Möglichkeit des Bezahlens. Die Kameras verständigen also die App und diese den Kunden mit den Bezahldetails.

Jeder Händler kann selbst seine Lieblingsmethode auswählen – oder aber mehrere und die Wahl seinen Kunden überlassen. Was wahrscheinlich viele angenehmer finden als die Amazon Go-Methode. Kein Wunder also, dass Trigo Vision bereits Verträge mit mehreren Supermarktketten in Amerika und Europa abgeschlossen hat – und seit Juli bereits sieben Millionen Dollar an Risikokapital erhalten konnte.

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