Arbeitswelt Logistik

Amazon sucht in Wien

Der Online-Riese bestätigt immer noch nicht, ab Oktober in Wien die Paketzustellung selbst zu übernehmen. Seine Stellenausschreibungen sprechen derweil eine andere Sprache. Ist Bratislava als nächstes dran?

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Auch wenn Amazon noch nicht so eine große Bekenntnis wie einen Kommentar zu einer ansonsten schon allseits bekannten Sache abgeben will – die Stellenausschreibungen des Online-Riesen für Wien sprechen sowieso Bände. Im Großraum der Hauptstadt will Amazon ab Oktober seine Pakete größtenteils selbst zustellen (Dispo hat berichtet) und damit auf die Dienste der Post verzichten – selbige hat diese Kunde bereits bestätigt.

Auf der Amazon-Website wurden in den vergangen zwei Monaten dazu bereits mehrere Stellen in Führungsfunktionen ausgeschrieben – es gibt übrigens noch mehrere Vakanzen, vom Schichtleiter bis zum Junior Manager Logistik – und diese alle ab sofort. Fahrer werden nicht gesucht, wohl weil Amazon diese lieber least.

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Warum der Online-Händler sich auf diese Weise weiter emanzipiert? In Berlin, München und vielen US-Städten fährt Amazon bereits mit dieser Taktik – nämlich eigenen Leuten – und spart so auf längere Sicht viel Geld. Dass eine Lieferstelle allein für die eigenen Produkte zuständig ist, bedeutet auch eine enorme Steigerung der Zuverlässigkeit. Und Amazon ist ja bekannt dafür, für ein wenig mehr zahlenden Kunden extrem zuverlässige Zusatzoptionen anzubieten, wie die garantierte Lieferung innerhalb von zwei Tagen. Oder jetzt auch schon für eine Produktauswahl innerhalb von ein bis zwei Stunden. Ein Versprechen, dass natürlich einen perfekten Zustand in der Logistik voraussetzt und damit sehr viel leichter zu erfüllen, wenn sich Amazon nicht auf Dritte verlassen muss.

Wenn man also die Zukunft in Jobangeboten lesen will, kann sich auch einiges für Bratislava vorhersagen lassen. Unter den mehr als 80 Stellenausschreibungen für die slowakische Hauptstadt werden derzeit Retailspezialisten, Finanzanalysten und PR-Mitarbeiter gesucht. Amazon will hier wohl seine Präsenz ausbauen. Einen Store gibt es hier zwar bislang noch nicht, dafür aber ein Callcenter und ein Logistikzentrum für Retouren.

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