Lieferketten

Auch Hurrikan Ida stört den Güterverkehr

In diesem Jahr sind Logistik-Ketten durch die Pandemie, den durch die Evergreen verursachten Stau am Suezkanal und starken Unwettern besonders wenig resilient. Nun sorgt auch Hurrikan Ida für Störungen.

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Der Hafen von New Orleans wurde wegen "Ida" für den Frachtverkehr geschlossen

Wegen des Tropensturms Ida, der am Sonntag als Hurrikan der Kategorie 4 im us-amerikanischen Louisiana an Land ging, wurden Häfen geschlossen und der Bahnverkehr gestoppt. So wurde etwa der Hafen von New Orleans am Montag für den Frachtverkehr geschlossen, einschließlich der Container- und Stückgutterminals. Auch die Hochwassertore und der Bahnbetrieb sind geschlossen.

Die Terminals von Norfolk Southern in New Orleans sind geschlossen, hieß es in einem Servicealarm am Sonntag. "Kunden mit Sendungen in oder durch das betroffene Gebiet müssen mit Verspätungen von bis zu 48 bis 72 Stunden rechnen", so die Bahngesellschaft.

Die Federal Motor Carrier Safety Administration hat für Alabama, Arkansas, Louisiana, Mississippi, Tennessee und Texas eine Notstandserklärung für Lastwagen und Fahrer herausgegeben, die Hilfsgüter, Treibstoff und Personen in den Staaten transportieren.

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Schäden an der Infrastruktur und Auswirkungen auf die Wirtschaft könnten langfristig sein. Als beispielsweise 2012 der Supersturm Sandy die Küsten von New York und New Jersey traf, konnte das Red Hook Container Terminal des Hafens acht Tage lang keine Fracht annehmen. Die Reparatur der beschädigten Liegeplätze, Kraftstoffpumpen, Transformatoren, unterirdischen Infrastrukturen, Computersysteme, Lastwagen, Kräne und anderer Infrastrukturen dauerte sogar noch länger.

Der Hafen von New Orleans ist auch ein wichtiges Glied in der landwirtschaftlichen Lieferkette der USA. Etwa 65 % der Exporte des Hafens sind landwirtschaftliche Erzeugnisse, und laut Everstream Analytics ist Kaffee eine der wichtigsten Waren, die über das Gateway eingeführt werden.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass unmittelbar nach einem Sturm die Lkw-Kapazitäten knapp werden und die Spotpreise steigen. Nach dem Hurrikan Harvey im Jahr 2017 stiegen die Preise für Transporter um 12 Cent pro Meile, und die Preise für ausgehende Transporte stiegen laut DAT in allen wichtigen Märkten. Das ohnehin schon begrenzte Angebot an Lkw und Fahrern, die auf dem aktuellen Markt verfügbar sind, werde nun für den Transport von Hilfsgütern oder andere Notfalldienste umgeschichtet, heißt es auf der Plattform supplychaindive. 

Verlader aller Branchen sollten sich auf Verzögerungen bei ihren Frachttransporten einstellen. "Flotten im ganzen Land werden ihre zugesagte Fracht für Hilfsladungen fallen lassen", twitterte Craig Fuller, CEO von FreightWaves, am Sonntag. "In den nächsten zwei Wochen handelt es sich um die höchste und wichtigste Fracht im System."