Artifical Intelligence

„Bei Blockchain ist die Logistik noch ganz am Anfang“

Bei der Konferenz „Deliver“ erklären Investoren von Logistikunternehmen, wo sie die Rolle von AI sehen und wie Maschinen Kundenanfragen beantworten werden. Dispo.cc-Redakteurin Lilo Bolen berichtet aus London.

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Ohne AI, also Artifical Intelligence, ging es bisher. Aber ab jetzt nicht mehr. Von nun an neu.

So denken jedenfalls Risikokapitalgeber wie Northzone und Alven. Beide investieren in Logistikunternehmen – und da in erster Linie in Start-ups. Diese müssen potentielle Investoren natürlich mit ihren Geschäftsmodellen überzeugen können. Aber ohne AI-Komponente geht es nicht. 

„So ein Modell ließe sich einfach nicht am Leben erhalten“, sagt Ernst Hoestra von Startupbootcamp im Podiumsgespräch mit Branchenvertretern auf dem Event „Deliver“ in London. Startupbootcamp ist ein Netzwerk, das – simpel gesagt – industrielle Jungunternehmen pusht. 

Jetzt und schnell

„Die gesamte Logistik-Industrie verändert sich“, sagt Charles Letourneur, Partner beim französischen Risikokapitalfonds Alven. „Sie verändert sich jetzt und sie verändert sich schnell.“ Woran man das merkt? „Zuallererst in der künstlichen Intelligenz und Robotik.“ Die Blockchain-Technologie werde hier möglicherweise auf lange Sicht eine große Rolle spielen – doch derzeit wäre sie für Investoren noch ein zu heißes Eisen.

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Klingt, als wäre der Weg der AI noch nicht klar gezeichnet. „Nein, da ist die Logistik noch ganz am Anfang. Doch sie wird auf künstliche Intelligenz umrüsten, denn die ist ein mächtiges Werkzeug. Sie ist die einzige Möglichkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Hoestra. Denn heute zählen Daten und schließlich geht es bei vielen AI-Anwendungen darum, aus Daten Regeln abzuleiten – also maschinelles Lernen. 60 bis 70 Prozent unserer Einkäufe werden von datensammelnden Unternehmen wie Facebook und Google beeinflusst.

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Zwischen Kunde und Maschine

Christopher Steinau, Investmentmanager beim Londoner Investmentunternehmen Northzone sieht die künstliche Intelligenz vor allem in der Zukunft des Kundenservice – in der sehr nahen Zukunft. „Die meisten Kundenanfragen an Logistikunternehmen sind Dinge wie: ´Wo ist meine Lieferung?` Das kann eine Maschine auch beantworten.“ „Sogar schneller als Menschen“, sagt Letourneur.

Den wirklichen Impact von Artifical Intelligence sieht er aber nicht beim Kundenkontakt, sondern im Geschäftskern eines jeden Logistikbetriebes. Mit AI ließen sich Prozesse optimieren. Denn durch das Finden von Mustern im Betrieb könnten Maschinen sehr viel schneller gewisse Vorhersagen etwa über künftig benötigte Kapazitäten treffen als Menschen. Man fragt sich hier in London ja fast, wie überhaupt je etwas ohne AI funktionieren konnte.