Schiene

China kauft Vossloh-Werk – was hat die EU-Kommission damit zu tun?

Das staatliche chinesische Unternehmen CRRC hat die Bahnsparte des deutschen Vossloh-Konzerns gekauft. Für viele kommt diese Nachricht mehr als unerwartet.

China Deutschland Schienenverkehr

Nach dem Verkauf der Bahnsparte des deutschen Vossloh-Konzerns an das chinesische Staatsunternehmen CRRC ist Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire erbost über die EU-Kommission. Er habe sich seinerzeit zusammen mit seinem deutschen Kollegen Peter Altmaier (CDU) für die Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom eingesetzt, um Europa gegen die "chinesische Konkurrenz" zu rüsten.

Diese Fusion wurde von der EU-Kommission untersagt. "Ich bin außer mir", sagte Le Maire am Samstag bei einer Medienveranstaltung. Vossloh hatte den Verkauf seines Eisenbahngeschäfts an CRRC am Montag verkündet. Le Maire beklagte nun, die EU-Kommission habe seine und Altmaiers Warnungen vor derartigen Szenarien als "falsch" abgetan.

"Schlaft ruhig weiter, liebe Leute", habe es aus Brüssel geheißen. "Was passiert? CRRC kommt nach Europa, will Unternehmen kaufen und fängt an, Eisenbahnlinien zu bauen", sagte Le Maire bei einer Veranstaltung der Sender Europa 1, CNEWS und der Zeitung "Les Echos".

Die Entwicklung empöre ihn, denn er kämpfe für ein "starkes Europa, das beschützt, nicht für ein Europa, das seinen Markt riesengroß für andere Akteure öffnet, die ihre eigenen Märkte nicht öffnen". Le Maire kündigte an, gemeinsam mit Deutschland und Polen an die künftige Kommission der designierten Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf eine Änderung der Wettbewerbsregeln zu drängen.

Die EU-Kommission hatte die Fusion der Bahnsparten des deutschen Siemens-Konzerns und der französischen Alstom-Gruppe im Februar untersagt. Sie machte "erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken" geltend und warnte vor höheren Preisen bei Signalsystemen und Hochgeschwindigkeitszügen. Berlin und Paris hatten die Bildung eines solchen "Airbus der Schiene" mit Blick auf die wachsende Konkurrenz aus China unterstützt. (apa/red)

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