Lager und Transport

Containertransporte: Die Erfolgsgeschichte einer bunten Box

Er ist die Basis der modernen Lieferkette und heute nicht mehr wegzudenken: der Container. Welche Rolle Trucking und Tracking spielen und was hinter dem Erfolgsrezept steckt, lesen Sie hier.

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Der Containertransport verläuft multimodal.

Der Einsatz von Containern hat den Welthandel revolutioniert: Rund 70 Prozent der Seefrachten werden heute mittels Container verschifft, alleine 2019 wurden weltweit rund 152 Millionen Twenty-foot Equivalent Units (TEU) per Containerschifffahrt transportiert – Tendenz steigend. 2023 werden bereits 175 Millionen TEU erwartet. Doch seit wann wird der Container verwendet und wie fand er überhaupt seinen Weg in die Lieferkette?

Sein Gründervater ist Malcom McLean. Er krempelte den internationalen Handel Mitte der 60er Jahre mit seiner Idee, Waren und Güter in einer Stahlbox zu transportieren, vollkommen um. Der Sohn eines Farmers aus North Carolina war ein Spediteur, der genug davon hatte, oft stundenlang im Hafen auf die Entladung seiner Trucks warten zu müssen. Er verkaufte sein Fuhrunternehmen und wurde selbst Reeder. „I don’t have ships, I have seagoing trucks“, ist ein populärer Ausspruch McLeans. In diesem Sinne nannte McLean seine Reederei „Sea-Land“. Am 26. April 1956 stach mit der „Ideal X“ das erste Containerschiff in See und gab den Startschuss für die Containerisierung.

Nummer statt Name

McLeans Erfindung bietet heute die Grundlage für den Handel: Etwa 38 Millionen Standardcontainer sind derzeit weltweit im Umlauf. Durch ihre Normung sehen sie alle gleich aus und unterscheiden sich nur in den verschiedenen Größenvariationen. Um sie schnell und einfach zuordnen zu können, besitzt jeder Container eine individuelle Nummer. Einen einzigartigen Fingerabdruck sozusagen. Die Containernummer besteht aus vier Großbuchstaben, die für den Eigentümer stehen. Hapag-Lloyd beispielsweise besitzt das Präfix HLXU. Darauf folgen eine sechsstellige Seriennummer und eine Kontrollnummer. Auf diese Weise kann jeder Container identifiziert und seine Position bestimmt werden. Und wie findet er sein Schiff?

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Containermaße als Mittel zum Erfolg

Die Containergrößen sind prinzipiell einheitlich. Das macht die Nutzung auch so praktisch. Ein 20 Fuß Container (ein TEU) ist 6,06 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,59 Meter hoch. Der 40 Fuß Container (zwei TEU) ist 12,19 Meter lang. Breite und Höhe bleiben gleich. Da der Container eine US-amerikanische Erfindung und die Schifffahrt generell anglophon geprägt ist, hat man die Standardlänge in Fuß und nicht in Meter festgelegt. Und wo werden Container hergestellt? „Die Herstellung erfolgt überwiegend in Asien. Dafür kommen Stahl und Holz für den Boden zum Einsatz“, sagt Alexander Till, Hafen Hamburg Repräsentanz Wien.

Nutzung und Transport

Kühlcontainer, Tankcontainer, Wohncontainer? Die genormten Boxen sind vielseitig verwendbar und beinhalten so gut wie alles, was alltäglich gebraucht wird. Da sich Container nicht nur für den Transport, sondern auch als Lagermöglichkeit bewährt haben, ist der weltweite Bedarf enorm. Der weltweite Containerumschlag wächst jährlich um etwa 4,8 Prozent an. Das ergab eine Studie von Drewry Maritime Research für die Jahre 2004 bis 2017.

Und: Die Transportkosten sind niedrig. Ihr Anteil beim Transport mit dem Seeschiff im Container liegt durchschnittlich nur bei zwei bis drei Prozent bezogen auf die Gesamtkosten eines Produkts. Ein Vorteil ist natürlich auch, dass mit steigender Größe des Schiffes auch mehr Container transportiert werden können und ein großes Schiff dennoch nicht viel mehr Personal benötigt als ein kleineres. Auch der Treibstoffverbrauch ist nur geringfügig höher.

Beim sorgenfreien Transport spielt auch die Sicherung des Ladeguts im Container und die Containerverriegelung eine Rolle. „Auf der Bahn, dem Lkw und dem Schiff gibt es spezielle Verriegelungen, mit denen der Container fixiert wird“, erklärt Till. Am Ende des Transportweges steht dann die Containerentladung an und es stellt sich womöglich die Frage: Wer darf den Container öffnen? „Den Container darf derjenige öffnen, der gemäß Incoterms (International Commercial Terms) dazu berechtigt ist“, führt Till weiter aus. Die Incoterms regeln die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer in Bezug auf Kosten, Risiko, Versicherung, Be- und Entladung, Transportdokumente, Zölle, Steuern, Verpackung etc.

Container Trucking und Tracking

Der Containertransport läuft multimodal ab. Auch regionale und internationale Beförderungen via Bahn und Lkw sowie der Transport von und zu den Seehäfen und wichtigsten Zentren gehören dazu. „Daher hat das Container-Trucking eine große Bedeutung, um die Effizienz des Containers voll auszunutzen. Es gilt auch beim Container-Trucking eine professionelle Disposition mit Termin- und bedarfsgerechter Koordination und Überwachung der Ressourcen“, meint Alexander Friesz, Präsident des österreichischen Zentralverbandes Spedition & Logistik.

Durch innovative Lösungen ist die Nachverfolgung von Containertransporten heutzutage immer leichter: „Auch beim Containertracking schreitet die technologische Entwicklung voran. Wurde in der Vergangenheit in der Regel das Transportmitttel getrackt, ist es heute möglich, das Tracking und die Überwachung einzelner Container in Echtzeit, von Anfang bis Ende während des multimodalen Transports, zu gewährleisten. Auch weitere Parameter wie beispielsweise Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit können dabei erfasst werden“, erklärt Friesz.

Robust, aber nicht unvergänglich

Ein Container soll stabil und gleichzeitig nicht zu schwer sein. Um diese Anforderungen zu gewährleisten, sind die Seitenwände geriffelt. Durch Belastungen wie das Stapeln, Umladen oder Vibrationen hat ein Container eine Lebensdauer von etwa zehn bis zwölf Jahren. Doch es wurden Möglichkeiten gefunden, Container nachhaltig zu nutzen. „Es gibt viele kreative Nachnutzungsideen. So bedienen sich Architekten heute gerne Frachtcontainern für innovative Geschäfts- und Wohnkonzepte“, merkt Friesz an. Und die Forschung zur optimalen Containernutzung steht nicht still. Laut Alexander Till, Hafen Hamburg Repräsentanz Wien, wird derzeit vor allem im Bereich der Container-Ortung und im Tracking und Tracing geforscht. Aus einem Container kann aber übrigens auch ein Pool werden.

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