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Das sind die längsten Schienennetze Europas

Der Güterverkehr wird immer weiter von der Straße auf die Schiene verlagert. Wo das Netz an Schienen am längsten ist? Sie lesen es hier.

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Welche Länder sind also auf den Zug aufgesprungen und haben ihr Schienennetz erweitert?

Im Vergleich zum Gütertransport auf der Straße ist jener auf der Schiene umweltfreundlicher, platzsparender und effizienter: Ein Lkw stößt 110 Mal so viel CO2 aus, braucht dreimal so viel Verkehrsfläche und fährt bei gleichem Energieverbrauch nur rund ein Viertel der Strecke eines Zuges. Der Trend der Verlagerung von Transporten auf die Schiene braucht aber natürlich auch das entsprechende Netz. Welche Länder sind also auf den Zug aufgesprungen und haben ihr Schienennetz erweitert?

Die Schweiz und Spanien beispielsweise haben ihre Schienennetze im Zeitraum von 2000 bis 2011 um elf Prozent verlängert. In Deutschland wiederum nahm die Länge des Schienennetzes in eben diesen Jahren um acht Prozent ab, in Österreich sogar um elf Prozent.

Die Länder mit dem längsten Schienennetz

Das Schienennetz in Deutschland hat eine Länge von rund 38.000 Kilometern und ist somit das längste Schienennetz in Europa. Dahinter auf Rang zwei liegt Frankreich mit einem Schienennetz von etwa 27.000 Kilometern. In Polen sind es etwa 19.000 Kilometer, in Italien über 16.000 Kilometer.

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Schienennetz und Ländergröße im Vergleich

Im Vergleich zur Größe der Länder wird sichtbar, dass Frankreich als größtes Land der EU mit einer Fläche von etwa 643.000 Quadratkilometern im Ranking des Schienennetzes nicht auf dem ersten, sondern nur auf dem zweiten Platz landet. Spanien als zweitgrößtes Land der Europäischen Union mit etwa 505.000 Quadratkilometern Fläche liegt mit seinem Schienennetz etwas abgeschlagen bei rund 15.000 Kilometern Länge. Ebenso sieht es im Fall von Schweden aus. Das drittgrößte europäische Land mit einer Fläche von rund 450.000 Quadratkilometern verfügt aufgrund seiner Struktur nur über ein Schienennetz von knapp 11.000 Kilometern. Das viertgrößte Land der EU ist Deutschland. Es verfügt über eine Fläche von etwa 357.000 Quadratkilometern und dennoch über das längste Schienennetz.

Die Relation zum Güterverkehr

Eine Information der Schienen Control zeigt, dass in Europa im Jahr 2016 durchschnittlich pro Tag und Streckenkilometer 53 Züge (43 Personenzüge und 10 Güterzüge) unterwegs sind. Mit 133 Zügen pro Tag und Streckenkilometer befinden sich die Niederlande an der Spitze. Österreich als kleines und bahnaffines Land liegt mit 79 Zügen pro Tag über dem Durchschnittswert der untersuchten Länder.

Insgesamt wird das europäische Schienenverkehrsnetz zu über 80 Prozent für den Personenverkehr und nur zu rund 20 Prozent für den Güterverkehr genutzt. Auch in Österreich ist der Anteil des Personenverkehrs an der Netznutzung mit rund 69 Prozent deutlich höher als jener des Güterverkehrs. Dennoch hat der Güterverkehr in Österreich mit einem Anteil von über 30 Prozent im internationalen Vergleich eine hohe Bedeutung und nimmt hinter Slowenien den zweiten Platz ein. Das liegt vor allem daran, dass der Transitgüterverkehr entlang der Donau- und der Brennerachse bzw. in Slowenien zum Seehafen Koper eine wichtige Rolle spielt.