Transportlogistik

Der Dampfhammer steht

Seit wenigen Tagen ist das neue Depot des Technischen Museums in Betrieb. Der Transport der teils tonnenschweren Exponate war eine logistische Herausforderung.

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Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er von der deutschen Fabrik Breuer & Schumacher gebaut. Bis 1990 war er bei der Simmering-Graz-Pauker AG in Graz im Einsatz. Jetzt hat der 48 Tonnen schwere Dampfhammer ein neues Zuhause gefunden. Und zwar im - genauer gesagt: vor dem - frisch eröffneten Depot des Technischen Museums Wien im niederösterreichischen Haringsee.

Rund 10.000 Objekte wurden seit Ende 2016 vom bisherigen Standort in Wien Floridsdorf in die 1.200-Seelen-Gemeinde bei Gänserndorf transportiert. Hauptsächlich handelt es sich um Autos, Motor- und Fahrräder, Eisenbahnobjekte und Segelflugzeuge sowie weitere große und schwere Teile. Die Übersiedlung war notwendig geworden, weil der Mietvertrag in Floridsdorf vom Grundstückseigentümer Siemens nicht verlängert wurde.

Das ebenerdige Gebäude hat eine Fläche von rund 8.500 m² und ist aus Gründen des Brandschutzes in drei Hallen geteilt. Zusätzlich verfügt es über einen 240 m² großen, abgetrennten Bereich mit Funktionsräumen für die Mitarbeiter und eine Transportschleuse mit Hebebühne.Das Depot besteht aus einer isolierten Wand- und Dachkonstruktion und sorgt mit drei Trocknungsanlagen und der Aktivierung der Bodenplatte über zwei Wärmepumpen für ein konstantes Innenklima mit 45 bis 55 % relativer Luftfeuchte und 15 bis 25 Grad Temperatur.

Transport- und Einrichtungslogistik

Bei einer früheren Depotinventur waren sämtliche Objekte im Depot Floridsdorf in einer Datenbank erfasst worden. Auf dieser Basis konnte das Restaurierungsteam die Objekte für den Transport vorbereiten. Unter anderem wurden alle etwa 2.000 Transporteinheiten  mit einem Barcode versehen. Da der zu übersiedelnde Bestand genau bekannt war, konnte der Transport mit drei Speditionen (Gruschina, Felbermayr und ART for ART) gut geplant und die Standort­verwaltung im neuen Depot exakt vorbereitet werden. Dort angekommen, mussten lediglich die Kolli-Barcodes per Scan mit dem Barcode des neuen Standortes verknüpft werden. So sind nun alle neuen Lagerplätze in der Datenbank gespeichert. Das Budget für die Errichtung des Gebäudes und den Transport betrug acht Mio. Euro.