Spezialtransporte

Der Spezialtransport im Mai – Emissionsarme Lokomotive im Salzkammergut

Das Problem der letzten Meile kennt der Transport nicht nur in Form von Staus – viele Bahnstrecken werden komplett mit Dieselmotor bestritten, nur weil nicht für die gesamte Strecke Oberleitungen vorhanden sind. Doch das Salzkammergut macht jetzt mit dem Spezialtransport des Monats vor, wie es in Zukunft gehen könnte.

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Bombardier Rail Cargo Group Spezialtransporte letzte Meile Transport

Seit 2012 ist das Gmundner Verkehrsunternehmen Stern und Hafferl für die Güterzüge der Rail Cargo Group auf der Salzkammergutbahn verantwortlich. Hier werden täglich rund 3.000 Tonnen Kalkstein vom Steinbruch in Ebensee am Traunsee zum Zementwerk Hatschek in Gmunden transportiert. Fünf Züge ersetzen 42 Lkw-Fahrten. Doch die Schienenzufahrt zum Steinbruch ist nicht elektrifiziert, weshalb all die Jahre auf der größtenteils elektrifizierten Strecke mit Diesel gefahren werden musste.

© Stern & Hafferl

Doch das ist jetzt vorbei. Diesen Monat hat im Betrieb eine Hybrid-Lok ihren Dienst angetreten. Hinter dem Taufnamen Barbara verbirgt sich der etwas technischere Name Traxx AC3 F140 von Bombardier und nichts weniger als die emissionsärmste Lokomotive Europas. Sie besteht aus einem Elektromotor, einem Dieselmotor und einer Traktionsbatterie für kurze Strecken. Letztere kann zum Beispiel für die letzte Meile in Werkshallen eingesetzt werden. 

„Kein Weg an nachhaltigen Verkehrsträgern vorbei“

Das Dieselaggregat verfügt über eine effiziente Abgasreinigung. Der Tankinhalt von 400 Litern reicht theoretisch für acht Stunden Betrieb und schafft bei 2.000 Tonnen Last 40 km/h, ohne Last 60 km/h. Allerdings wird der Dieselbetrieb eben nur auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung, also auf etwa fünf Prozent der Gesamtstrecke, nötig sein. Der Switch kann während der Fahrt erfolgen. 

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© Stern & Hafferl

„Es führt kein Weg mehr daran vorbei, vermehrt nachhaltige Verkehrsträger einzusetzen“, sagt Günter Neumann, Geschäftsführer von Stern und Hafferl. „Der Transportbereich ist stark vom Erdölpreis abhängig, steigende Erdölknappheit führt einen Preisanstieg im Transportbereich mit sich. Weiters führt der der Anstieg des Güterverkehrsvolumens in Europa zu einem Engpass beim Verkehrsträger Straße – logische Alternative ist die Schiene.“ Neumann macht aber auch auf den Umweltaspekt aufmerksam: „Fast ein Drittel der CO2-Emissionen sind in den OECD-Ländern auf den Transport zurückzuführen.“

© Stern & Hafferl

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