Versand und Transport

Die Luftnummer von DS Smith

Ein britischer Verpackungskonzern will Kartons an die tatsächliche Größe des Transportgutes anpassen – und hat dafür eine eigene Maschine entwickelt. Funktioniert das Konzept, es wäre nichts weniger als eine Revolution in der Transportlogistik. Dispo-Redakteurin Lilo Bolen berichtet aus London.

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DS Smith Deliver International Transport Verpackung

Wenn, so behauptet es jedenfalls der britische Verpackungskonzern DS Smith, durchschnittlich 55 Prozent des Volumens eines Versandkartons leer bleiben, und immerhin 62 Prozent der Endkunden genau diesen Umstand negativ bewerten – dann bedeutet das wohl noch viel Weiterentwicklungs- und Verbesserungspotential für die Verpackungsindustrie. 

Das ungenützte Volumen zu minimieren und damit auch den Transport von Luft in Kartons zu beenden, will DS Smith, einer der größten Verpackungskonzerne Europas, nun mit einer selbst entwickelten Technologie erreichen. Denn Platz ist die härteste Währung für den Transportlogistiker.

Die denkende Maschine

Die Maschine heißt in diesem Fall Made2fit und wird aktuell groß auf der Logistik-Konferenz Deliver in London vorgestellt. Made2fit scannt zuerst Produkte, um dann einen Karton in genau der richtigen Größe zu produzieren.  

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Zur Verfügung stehen der Maschine dafür drei verschiedene Kartonwände, aus denen die ideale Verpackung entstehen soll. 1.000 Boxen sollen so laut DS Smith pro Stunde hergestellt werden können.

Maschinell oder manuell?

Manuell geht es aber auch. Für kleinere Unternehmen gibt es eine große Kartonwand, aus der die passenden Schablonen ausgeschnitten werden können. Privatpersonen hingegen haben die Möglichkeit, sich auf der Website von DS Smith ihr eigenes ePack zusammenzubauen – also eine Kartonbox, ein Kartonkuvert oder eine Transportrolle je nach den Platzanforderungen der individuellen Sendung. 

Bewusstsein im E-Commerce

Unternehmen könnten nicht nur zur Aufbesserung der logistischen Wirtschaftlichkeit vermehrt auf solche Lösungen zusteuern. Denn wiewohl 38 Prozent der Endkunden sich anscheinend noch nicht an zu großen Verpackungen stoßen, wird diese Zahl in Zukunft wohl eher steigen denn fallen. Endkunden wollen weder riesige Kartons für mittelgroße oder kleine Produkte bei sich herumstehen haben und zerkleinern müssen, noch, darauf kalkuliert DS Smith, lassen sich selbst in der Zeit des wachsenden E-Commerce die Phasen des Bewusstseins für Material- und Platzverschwendung aufhalten.