Schienengüterverkehr

Eine Route, zwei Kontinente

Durch die neue Partnerschaft soll das Potenzial der Neuen Seidenstraße gefördert werden. Dabei dient der türkische Terminal Köseköy als Drehscheibe für den transkontinentalen Güterverkehr.

Die Verbindung zwischen Europa und Asien über das Terminal Köseköy soll gestärkt werden.

Die ÖBB Rail Cargo Group und Pasifik Eurasia haben eine neue Partnerschaft zur Entwicklung des Schienengüterverkehrs auf dem eurasischen Kontinent geschlossen. Die Kooperation stärkt die Verbindung zwischen Europa und Asien über das Terminal Köseköy als wichtige Verbindung für den Transport von und in die Türkei sowie weiter in die GUS-Staaten und nach China.

Im Rahmen der Partnerschaft transportiert Pasifik Eurasia Güter aus Asien nach Köseköy. Dort übernimmt die RCG und befördert diese nach Europa. Umgekehrt transportiert die RCG Güter aus Europa nach Köseköy, wo Pasifik Eurasia den Weitertransport nach Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan und weiter nach China übernimmt. So fördern die beiden Unternehmen den nachhaltigen Bahntransport am gesamten eurasischen Kontinent und tragen dazu bei, die weltweiten Klimaschutzziele zu erreichen.

Köseköy als Dreh- und Angelpunkt für den Güterverkehr in der Türkei

Die ÖBB RCG und Pasifik Eurasia spielen eine führende Rolle in der europäischen Logistik für Transporte von China über die Türkei nach Europa. Mit 17 Mitarbeiter:innen in Istanbul bietet die ÖBB RCG derzeit mit zehn Rundläufen pro Woche den hochfrequenten Warentransport von Europa in die Türkei über den Terminal Halkali an. Mit dem Start der Kooperation werden diese Züge künftig auch das Terminal Köseköy auf der asiatischen Seite der Türkei anfahren.

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Köseköy ist eines der 19 Logistikzentren von TCDD, wird von Pasifik Eurasia betrieben und ist das nächstgelegene Frachtterminal zu Istanbul. Das Terminal wird vor allem von der Automobil-, Stahl- und Holzindustrie genutzt und ist eine wichtige Drehscheibe für den Transport am eurasischen Kontinent. Die Türkei wird seit langem als "Brücke zwischen Orient und Okzident" bezeichnet. Ihre geografische Lage zwischen Europa und Asien macht sie zu einem logistischen Kotenpunkt für viele europäische Länder und damit zu einem wichtigen strategischen Markt.

Potenzial für die Zukunft des Schienengüterverkehrs quer durch Eurasien

Die RCG und Pasifik Eurasia bauen ihre internationale Bedeutung in Europa und auf der Landbrücke nach Asien sukzessive aus. Die Neue Seidenstraße liegt seit einigen Jahren im Fokus der RCG. Im Jahr 2017 wurden die ersten Verkehre nach China entlang der Neuen Seidenstraße offiziell gestartet und seither wird das Angebot nach Asien stetig erweitert. Im Jahr 2020 verzeichnete die ÖBB RCG einen neuen Rekord, indem sie rund 70.000 TEU und über 700 Züge entlang der Neuen Seidenstraße beförderte. Das dichte, leistungsstarke Netzwerk der ÖBB RCG in Europa garantiert dabei mit seinen Anbindungen an die Neue Seidenstraße schnelle, effiziente und umweltfreundliche Transportleistungen und Weiterverteilung in ganz Asien.

Pasifik Eurasia ist der offizielle Spediteur der Türkischen Staatsbahn TCDD und Mitglied der transkaspischen internationalen Transportroute Middle Corridor Union. Das Unternehmen engagiert sich für die Entwicklung des Potenzials von Transportdienstleistungen von und in die Türkei, die GUS-Länder und China entlang der Neuen Seidenstraße. Pasifik Eurasia ist dabei auch entlang des Mittleren Seidenstraßen-Korridors mit Verbindungen zu den Eisenbahnen Aserbaidschans, Georgiens und Kasachstans aktiv. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen das Terminal Köseköy, das West- und Osteuropa miteinander verbindet.