Forschung

Fraunhofer Austria feiert zehnten Geburtstag

Die österreichische Forschungsorganisation will deutlich wachsen. Und sich von der Grundfinanzierung aus Deutschland abnabeln.

Fraunhofer Austria Forschung Wilfried Sihn Reimund Neugebauer

Feiern das Jubiläum (v. li.): Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer, die Fraunhofer-Österreich-Geschäftsführer Dieter W. Fellner und Wilfried Sihn sowie Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Schmidt.

Der Präsident kam erst am Schluss seiner Laudatio auf das heikle Thema Geld zu sprechen. Nachdem Reimund Neugebauer, der Chef der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft, im Rahmen des Festakts den zehn Jahre andauernden Erfolg der Fraunhofer Austria Research gewürdigt hatte, wiederholte er die Forderung, die er schon bei der Pressekonferenz am Vormittag erhoben hatte: Österreich möge bitteschön die Grundfinanzierung übernehmen.

Es geht um 1,4 Millionen Euro, für die aktuell die deutschen Steuerzahler aufkommen. Und das, sagt Neugebauer, sei in Deutschland zunehmend schwierig zu argumentieren.

„FhA100“

Die Forderung ist gleichzeitig Ausweis des Erfolges des heimischen Forschungsinstituts. Seit Ende 2008 eine eigenständige Auslandsgesellschaft der deutschen Fraunhofer Gesellschaft, macht Fraunhofer Austria Research heute mit 77 Mitarbeitern 4,2 Millionen Euro Jahresumsatz.

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Und geht es nach Co-Geschäftsführer Wilfried Sihn, soll es demnächst deutlich mehr werden. Die Vision für die kommenden fünf Jahre heißt „FhA100“: „Das bedeutet zehn Millionen Euro Umsatz pro Jahr und 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt TU-Wien-Professor Sihn.

„Das wollen wir vor allem durch die strategische Ausrichtung unserer Leistungsangebote insbesondere auf die Zukunftsfelder wie Industrial Data Science und Digitale Transformation sowie durch konkrete Lösungen für österreichische KMU im Bereich Industrie 4.0 erreichen, darunter Knowledge-Based Maintenance, Digital Twin, Hybride Simulation oder Industrial Fake News.“ Letzteres ist ein bei Fraunhofer Austria selbst entstandenes Forschungsthema: Unternehmen, sagt Wilfried Sihn, bekämen permanent falsche Daten eingespielt. Nun gehe es darum, Methoden zu entwickeln, die diese fehlerhaften Daten ausschließen.

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