Case Study

Fronius beschleunigt Gebäck

Warum eine Schweizer Großbäckerei ihre Stapler nun mit Technik von Fronius lädt.

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Die feste Zuordnung zwischen Stapler und Batterie hat Fronius zugunsten eines „chaotischen Pools“ abgeschafft.

Cremeschnitten, Buttergipfel, Biberli: In der Jowa-Bäckerei in Gossau bei St. Gallen duftet es ein wenig besser als in den meisten anderen Betriebsstätten. An sechs Tagen pro Woche wird hier rund um die Uhr produziert, verpackt, zwischengelagert, kommissioniert und zu den zahlreichen Abnehmern im ganzen Land verschickt.

Innerhalb der Kommissionierhallen sorgt eine Flotte von neun elektrisch angetriebenen Flurförderzeugen für einen schnellen und emissionsfreien Warentransport. Die Stapler sind mit Wechselbatterien ausgestattet – so sind sie jederzeit einsatzbereit.

Zur Stromversorgung der Blei-Säure-Batterien setzte Jowa bis vor kurzem auf Ladegeräte mit 50-Hertz-Trafo-Technologie. Diese hatten jedoch einige Nachteile, erzählt Daniel Lendi, Leiter Supply: „Die massiven Geräte waren einfach auf dem Hallenboden abgestellt und benötigten eine Menge wertvollen Platz. Außerdem war der Wechsel der fast 400 Kilogramm schweren Antriebsbatterien äußerst mühsam und musste jedes Mal von zwei Mitarbeitern durchgeführt werden. Und selbst dann war das Sicherheitsrisiko erheblich, denn die Batterien konnten leicht umkippen und Mitarbeiter verletzen.“

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Auch in Sachen Energieeffizienz offenbarte die Technik Schwächen. Der veraltete Ladeprozess verursachte eine Überladung der Batterien, die wiederum zu einem hohen Stromverbrauch und einer schädlichen Erwärmung der Akkus führte. Zudem verfügten die Geräte nicht über eine Ladezustandsanzeige, so dass die Mitarbeiter die Batterien oft unnötig wechselten.

Mehr Platz, einfaches Handling

Anstelle der massiven 50-Hertz-Ladegeräte ist nun eine kompakte Ladestation mit acht Fronius-Geräten vom Typ Selectiva 2kW im Fertigwarenlager aufgebaut. Diese sind dicht aneinander auf einem Ständer montiert, direkt darunter stehen die Wechselbatterien – das spart wertvollen Platz in der Halle. Vor den Ladeplätzen befindet sich ein Verschiebewagen für die Batterien, der mit Rollen ausgestattet ist und sich per Handhub einfach auf die gewünschte Höhe bringen lässt.

Die Staplerfahrer müssen nur vor der Station halten und tauschen mit dem Verschiebewagen die schweren Akkus mühelos aus – ohne großen Zeitaufwand oder die Hilfe einer zweiten Person. Eine seitliche Einfassung am Wagen sorgt dafür, dass die Batterien nicht umkippen können und erhöht damit die Arbeitssicherheit.

Fronius, für, Jowa, AG © Fronius

Fronius realisierte für Jowa eine kompakte Ladestation mit acht Geräten vom Typ Selectiva 2kW, die dicht aneinander auf einem Ständer montiert sind.

Die Selectiva-Geräte verfügen zudem als einzige auf dem Markt über den intelligenten Ri-Ladeprozess, der jeden Ladevorgang individuell an den Zustand der angeschlossenen Batterie anpasst. Gegenüber der 50-Hertz-Technologie beträgt die Energieersparnis bis zu 30 Prozent. Das senkt den Stromverbrauch und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer der Batterien. Auch die Gasentwicklung beim Laden und der Wasserverbrauch der Bleiakkus lassen sich mit dem Ri-Ladeprozess deutlich reduzieren.

Gesunkene Betriebskosten

Die feste Zuordnung zwischen Stapler und Batterie hat Fronius zugunsten eines sogenannten „chaotischen Pools“ abgeschafft. Gesteuert wird dieser durch das Informations- und Managementsystem Cool Battery Guide Easy: Es signalisiert mit einem LED-Streifen an jedem Gerät, welche Batterie am längsten angeschlossen und bereits vollgeladen ist.

„Kommt nun ein Fahrer zum Batteriewechsel an die Station, sieht er auf einen Blick, welchen Akku er als nächstes nehmen muss“, sagt Daniel Lendi. „Das optimiert die Auslastung unseres Pools und sorgt ebenfalls für eine verlängerte Lebensdauer, da die Batterien nach dem Laden immer genug Zeit zum Abkühlen haben.“ Ein weiterer positiver Effekt: Jowa konnte durch die Einführung des Poolsystems zwei Wechselbatterien einsparen und damit die Betriebskosten zusätzlich senken.

Zur Vereinfachung des Batteriewechsels trägt auch die externe Start/Stopp-Funktion der Selectiva-Geräte bei: Damit brauchen die Fahrer beim Batteriewechsel lediglich den Ladestecker einzustecken oder abzuziehen, Eingaben direkt am Gerät sind nicht erforderlich. Der Ri-Ladeprozess ermittelt automatisch die ideale Kennlinie, und der externe Start/Stopp verhindert, dass es beim Trennen des Ladekabels zu einer Funkenbildung kommt. Bedienfehler, die Mitarbeiter gefährden oder Batterien schädigen könnten, sind damit so gut wie ausgeschlossen.

Insgesamt 17 Fronius-Ladegeräte sind bei Jowa in Gossau mittlerweile im Einsatz – zu der Ladestation gesellen sich noch mehrere Einzelladeplätze hinzu. Die Ladezeit für die Staplerbatterien konnte das Unternehmen dank der gleichmäßigeren Auslastung des Pools von acht auf zwölf Stunden ausdehnen. Das schont die Akkus zusätzlich. Auch teure Stromspitzen gehören durch die verbesserten Ladeprozesse der Vergangenheit an.

Auftraggeber

Die Jowa AG (Volketswil, CH) ist Teil der Migros-Gruppe und die größte Bäckerei der Schweiz. Jowa beschäftigt rund 3.200 Menschen, das Sortiment umfasst um die 3.000 Produkte.

Auftragnehmer

Fronius International (Pettenbach, OÖ) beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter in den Bereichen Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik. Der Exportanteil von 93 Prozent wird mit 34 internationalen Fronius-Gesellschaften und Vertriebspartnern oder Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Bis heute hält das Unternehmen mehr als 1.200 Patente.