Coronavirus

Gefährden Grenzkontrollen Lieferketten?

Während der Zentralverband für Spedition und Logistik in Österreich vor einem Zusammenbruch der Logistik warnt, sieht man auf EU-Ebene bislang noch keinen Grund zur Sorge.

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Österreichs Spediteure schlagen wegen der Grenzsperren in Ungarn mit dramatischen Worten Alarm. Es würden massenweise Lkw-Fahrer fehlen, so könnten die Lieferketten nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Regierung müsse auf höchster Ebene schnellstes mit Ungarn eine Lösung finden, "sonst bricht die Logistik zusammen", warnt Oliver Wagner Geschäftsführer des Zentralverband Spedition Logistik.

Auch im Bereich der Zustelldienste würden immer mehr Fahrer fehlen, da viele Lenker über das Wochenende in die Heimat gefahren seien und dort nun unter Quarantäne stünden, warnt Wagner im Gespräch mit der APA.

Brüssel beruhigt 

Auf EU-Ebene sieht der europäische Handelsverband Eurocommerce hingegen wegen der internen Grenzkontrollen und -schließungen in Europa bisher keine größeren Lieferprobleme. „Sehr große Schwierigkeiten haben wir von unseren Mitgliedern noch nicht gehört", sagte Neil Mcmillan von Eurocommerce am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Vereinzelt gäbe es aber im Straßengüterverkehr Verzögerungen wegen Grenzkontrollen.

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Die Leitlinien der EU-Kommission betonen unter anderem, dass der freie Warenverkehr gesichert bleiben müsse. Dies gelte vor allem für grundlegende Produkte wie Lebensmittel, Medizin und Schutzausrüstung. Deshalb sollten sogenannte "grüne Spuren" für Gütertransporte eingeführt werden. Auch Gesundheitschecks könnten durchgeführt werden. Grundsätzlich sollten Kontrollmaßnahmen allerdings nicht zu größeren Störungen führen. Bisher haben zwölf europäische Staaten Grenzkontrollen bei der EU-Kommission notifiziert. (APA/red)

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