Corona-Krise

Hamburger Hafen meldet Verluste

Der Einbruch im Umsatz führt den Anlegern die Abhängigkeit des Hafenkonzerns HHLA vom China-Handel vor Augen.

Coronavirus Hafen Hamburg Transportlogistik

Der Hamburger Hafenkonzern HHLA wird die massiven Umschlagrückgänge durch das Coronavirus im weiteren Verlauf des Jahres nicht mehr aufholen können. In den kommenden Wochen erreichen weniger Schiffe aus China die HHLA-Kais, die zudem teilweise nur halb mit Containern gefüllt sein werden, berichtete die Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Der Vorstand hatte bereits in der vergangenen Woche eine Gewinnwarnung für die Aktionäre herausgegeben und einen Einbruch bei Umsatz und Ergebnis angekündigt.

"Die Produktion in China ist wieder angelaufen", sagte Titzrath. "Die Schiffe, die jetzt dort losfahren, sind voll." Sie werden den Hamburger Hafen Ende April und Anfang Mai erreichen und den Umschlag vorübergehend in die Höhe treiben. Anschließend sei mit einer Normalisierung der Lage zu rechne. Ob dann die Waren reibungslos vom Hafen in das deutsche und europäische Hinterland transportiert werden können, werde davon abhängen, ob und wie weit das wirtschaftliche Leben bis dahin wieder Tritt gefasst haben wird.

Der Hamburger Hafen und damit auch die HHLA als größter Umschlagbetrieb ist zu rund einem Drittel vom Warenverkehr mit China abhängig. Von dort kommen nicht nur Konsumgüter wie Kleidung und Elektroartikel, sondern auch Bauteile für die deutsche Industrie. "Wir sind uns unserer Verantwortung als Dienstleister für die Industrienation Deutschland bewusst", sagte Titzrath. Der Vorstand habe eine Vielzahl von Maßnahmen getroffen, um sowohl die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen als auch die Arbeit auf den Terminals und den Bahnbetrieb aufrecht zu erhalten. Dennoch spreche der Vorstand mit dem Betriebsrat vorsorglich auch über mögliche Kurzarbeit.

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Das abgelaufene Jahr endete für die HHLA mit einem Umsatzplus von 7,1 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns nach Anteilen anderer Gesellschafter verringerte sich um 8 Prozent auf 103 Mio. Euro. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 70 Cent je Aktie, nach 80 Cent im Vorjahr. Das diene unter den gegebenen Umständen auch der Schonung der Liquidität. (APA/red)

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