Wirtschaft

Industriekonjunktur legt an Tempo zu

Laut WIFO wies die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung im dritten Quartal 2017 den höchsten Zuwachs seit 2010 auf.

WIFO Konjunktur Industrie

Gemäß der aktuellen Schnellschätzung des WIFO wuchs die österreichische Wirtschaft im 3. Quartal 2017 gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent (nach ebenfalls 0,8 Prozent im 2. Quartal). Neben der erneut starken Konsumnachfrage wurden auch Investitionen und Exporte ausgeweitet.

Das BIP wuchs im 3. Quartal um 0,8 Prozent gegenüber der Vorperiode (Trend-Konjunktur-Komponente). Damit setzte sich die starke konjunkturelle Dynamik im Jahresverlauf weiter fort (1. Quartal: +0,9 Prozent, 2. Quartal: +0,8 Prozent). Das unbereinigte BIP lag bei einem Arbeitstag weniger um 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Die saison- und arbeitstagsbereinigte BIP-Veränderungsrate (Kennziffer laut Eurostat-Vorgabe) stieg um 0,6 Prozent.

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Konsumnachfrage stützt Wachstum

Der Aufschwung stehe auf breiter Basis, so die WIFO-Forscher. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Außenwirtschaft tragen zum starken Wachstum bei. Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte erwies sich erneut als stabile Wachstumsstütze. Sie expandierte im 3. Quartal um 0,4 Prozent, ebenso stark wie die öffentlichen Konsumausgaben.

Auch die Ausweitung der Investitionen stützte erneut das Wirtschaftswachstum. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen, welche Ausrüstungs- und Bauinvestitionen umfassen, stieg um 0,7 Prozent nach +1,3 Prozent im 2. Quartal.

Außenhandel positiv, aber schwächer

Wie bereits im gesamten Jahresverlauf 2017 trug auch der Außenhandel positiv zum Wirtschaftswachstum bei, wenngleich sich die Dynamik hier zuletzt leicht abschwächte. Sowohl die Exporte als auch die Importe (jeweils +0,8 Prozent nach +1,3 Prozent im 2. Quartal) wurden im 3. Quartal langsamer ausgeweitet.

In der Industriekonjunktur beschleunigte sich hingegen das Wachstumstempo deutlich. Die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung stieg um 2,3 Prozent (2. Quartal: +1,8 Prozent) und erzielte damit das höchste Wachstum seit dem Jahr 2010.

Bauwirtschaft wächst etwas langsamer

Zuwächse gab es auch in der Bauwirtschaft, obwohl sich hier die Dynamik zuletzt leicht verlangsamte (+0,5 Prozent nach +0,7 Prozent im 2. Quartal). Ebenfalls positive Beiträge zum Wirtschaftswachstum kamen erneut von den Marktdienstleistungen. Die Wertschöpfung im Handel stieg um 0,8 Prozent, in der Beherbergung und Gastronomie um 0,5 Prozent.

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