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Knapp steigert Umsatz und Gewinn

Beim steirischen Logistiker Knapp gehen die Zahlen nach oben. Ein Börsegang wird aber nicht in Aussicht gestellt.

Knapp Logistik

Der steirische Logistiker Knapp mit Headquarters in Hart bei Graz hat im Geschäftsjahr 2018/19 kräftig bei Umsatz und Gewinn zugelegt: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen wuchs von 45,2 auf 65,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um ein Drittel von rund 709 auf 954 Millionen Euro, hieß es am Dienstag bei der Bilanzpräsentation. Das Plus ist vor allem durch Wachstum der Kunden generiert worden.

Beim Umsatz hatte man bei dem Logistiker und Kommissionierer im vergangenen Geschäftsjahr (bis 31.3.) nur 10 bis 15 Prozent Zuwachs prognostiziert. „Aber wir können den Kunden nicht vorschreiben, wie stark sie wachsen. Stammkunden haben ihre Expansion schneller vorangetrieben als wir erwartet hatten. Die Situation ist eine ausgesprochene Ausnahme gewesen“, sagt Vorstand Gerald Hofer bei der Pressekonferenz in Hart bei Graz. Ein Börsegang sei aber nach wie vor nicht angedacht.

Mit dem Abarbeiten der beiden guten vergangenen Jahre wird Knapp noch einige Zeit zu tun haben – der Auftragsstand liegt laut dem Vorstandstrio aus Hofer, Franz Mathi und Christian Grabner mit 1,254 Milliarden Euro (2017/18: 925,8 Milliarden Euro) auf einem Höchststand. So ist auch das Eigenkapital von 123,8 Millionen um 20,7 Prozent auf rund 149,5 Millionen Euro gestiegen.

Entsprechend der Geschäftsentwicklung ist auch die Zahl der Mitarbeiter gewachsen. Weltweit wurde der Beschäftigtenstand von 3.778 auf 4.509 (davon rund 2.700 in Österreich) erhöht. Alleine auf Österreich entfallen rund 300 von fast 700 neuen Beschäftigten. In Hart werden 60 Lehrlinge ausgebildet, in Leoben 20, ebenso 20 in den deutschen Niederlassungen. Ausgebildet werde in den Bereichen IT, Maschinenbau und Mechatronik. Rund 25 Prozent der Beschäftigten seien weiblich. „Wir würden den Anteil gerne erhöhen“, so Hofer, wie man überhaupt mehr Fachkräfte brauche.

An Investitionen wurden 43,4 Mio. Euro verbucht, zuletzt waren es rund 22,9 Mio. Euro gewesen. Am obersteirischen Standort Leoben wurden rund 10 Mio. Euro in ein neues Grundstück und Infrastruktur gesteckt: „Das gibt Standortsicherheit in Leoben“, sagt Hofer. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung erhöhte man von 38,2 auf 47,8 Millionen Euro. Alleine in die Cyber-Sicherheit – hier mussten laufend Angriffe abgewehrt werden – habe man zwei bis drei Millionen Euro gesteckt.

Vorstand Mathi sagt, man habe einige große Neukunden akquiriert. Anlagen gebaut wurden bei einem „sehr großen Sportartikelhändler“ in Deutschland und den USA. Im Textilbereich zähle man praktisch alle großen Marken zu den Kunden, deren Namen man aber zumeist nicht zu nennen berechtigt sei. Im Textilbereich habe man für einen Großkunden das größte Lager in Europa errichtet.

Hofer zufolge werde das „Wachstum im nächsten Jahr noch einmal groß sein, danach gehen wir von einem Abflauen auf einen normalen Wert aus. Noch einmal 35 Prozent Umsatzwachstum ist mit dem derzeitigem Mitarbeiterstand nicht möglich, kurzfristig kann es abgearbeitet werden. Die nächsten Jahre sind eine mindestens so große Herausforderung in der Konsolidierung, das wird uns massiv beschäftigen.“ (APA/red)

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