Grenzschließungen

Lieferkette: Keine Einschränkungen bei Gebrüder Weiss

Die einen warnen vor Versorgungsengpässen durch Grenzschließungen und berichten über Staus und Probleme bei Corona-Testungen. Bei Gebrüder Weiss merkt man davon nichts.

Gebrüder Weiss stellt in Bezug auf die Lieferketten bisher keine größeren Einschränkungen fest – weder in Tirol, noch in Bayern.

Die deutsche Hegelmann Group sieht durch die Grenzschließungen zu Tirol und Tschechien europaweit die Lieferketten in Gefahr. Dabei wird von weitreichenden Folgen für die Wirtschaft im Zusammenhang mit Versorgungsengpässen bei Supermärkten und Produktionen gesprochen. Auch hinsichtlich der Situation für das Fahrpersonal schlägt das internationale Transport- und Logistikunternehmen Alarm. Laut Angaben des Unternehmens führten die schärferen Einreiseregeln schon jetzt zu kilometerlangen Staus. Zudem müssen die Fahrerinnen und Fahrer für die Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Dafür fehle es derzeit aber an ausreichenden Testkapazitäten. Hegelmann fordert daher eine Ausweitung der Testmöglichkeiten oder eine Ausnahme des Transportpersonals von der Testpflicht, um den Transit zu erleichtern.
 

Keine Einschränkungen bei Gebrüder Weiss

dispo hat beim österreichischen Logistiker Gebrüder Weiss nachgefragt und ist zu einem ganz anderen Fazit gekommen. „Wir stellen in Bezug auf die Lieferketten bisher keine größeren Einschränkungen fest – weder in Tirol, noch in Bayern“, heißt es aus Vorarlberg. Das kommt laut Angaben von Gebrüder Weiss auch davon, dass die Transporte des Unternehmens als systemrelevant eingestuft sind. Vor aktuellen Staubildungen ist man aber nicht gefeit. „Es kommt zu Staubildungen im Süd-Nord-Verkehr und längeren Wartezeiten an der Grenze Italien – Österreich (Sterzing)“, so Merlin Herrmann, Pressesprecher von Gebrüder Weiss. Eine interaktive Karte zu den Grenzwartezeiten in Europa findet man auf der Website des Unternehmens. An diesem Freitag gegen Mittag betrug die Wartezeit am Brenner von Österreich nach Italien etwa 10 Minuten, ebenso bei Kufstein von Österreich nach Deutschland.

Neben den Grenzwartezeiten und Staus, sorgten die Coronavirus-Tests beim deutschen Logistiker Hegelmann für Aufregung. „Einen Teil unserer Kolleginnen und Kollegen versuchen wir in Testzentren abseits der Autobahnen zu lotsen, um das Verfahren zu beschleunigen. Hinzu kommt, dass die Kosten für die Tests nun auch auf die Speditionen umgelegt werden und kaum kostenlose Tests zur Verfügung stehen“, so Hegelmann. Gebrüder Weiss sieht die Testungen entspannter und meint: „Die Tests für unsere Lkw-Fahrer in Tirol organisieren und bezahlen wir in den Teststationen vor Ort.“

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Wirklich betroffen von den Grenzschließungen ist der österreichische Logistik-Experte Gebrüder Weiss also nicht. „Da sich die Staubildung in Tirol, aufgrund der vorgelagerten Maßnahmen in Italien, widererwartend in Grenzen hält, kommen unsere täglichen Linienfahrzeuge ohne gravierende Verzögerung aus Tirol hinaus. Dabei müssen die Fahrer mit gültigem Negativ-Test und der vorgeschriebenen Anmeldung im Internet ausgerüstet sein“, so Herrmann. Alternativrouten aus Tirol werden keine gewählt.