Künstliche Intelligenz

Loadrunner: Intelligenter Fahrzeugschwarm für die Logistik

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat mit dem Loadrunner fahrerlose Transportfahrzeuge entwickelt, die die Kion Group nun für den unternehmensinternen Einsatz lizenziert.

Mit dem LoadRunner hat das Fraunhofer IML eine neue Generation Fahrerloser Transportfahrzeuge begründet. Seine verteilte intelligente Fahrzeugkoordination macht das autonome High-Speed-Fahrzeug zu einem Meilenstein in der Schwarmrobotik.

Nun lizenziert die Kion Group die Technologie für den Einsatz in ihrer Unternehmensgruppe. In einem gemeinsamen Enterprise Lab wollen die Partner nun den mit verteilter Künstlicher Intelligenz ausgestatteten autonomen Fahrzeugschwarm weiterentwickeln und industrialisieren.

"Mit seiner Künstlichen Intelligenz wird der Loadrunner zur Blaupause der Intralogistikbranche auf dem Weg in eine in Echtzeit vernetzte, digitale Plattformökonomie. Die Fahrzeugschwärme vereinen die Fähigkeiten von leistungsfähiger Sortier- und Fördertechnik mit den Potenzialen autonomer KI-basierter Systeme. Mit Kion haben wir einen Think Tank der Intralogistik als Partner gewonnen, der mit dem Loadrunner weltweit Märkte erschließen wird«, betont Michael Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.  

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Im Enterprise Lab am Fraunhofer IML in Dortmund werden acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Partner gemeinsam an der Weiterentwicklung der Loadrunner-Technologie arbeiten. Das Lab wird voraussichtlich noch in diesem September seinen Betrieb aufnehmen und ist für eine Laufzeit von mindestens drei Jahren ausgelegt. Das gemeinsame Ziel ist die Industrialisierung und Optimierung der KI-basierten Schwarmtechnologie vom Sensor bis zur überlagerten Plattform.

Aktuell kann sich ein Loadrunner hochdynamisch mit bis zu 10 m/s im Schwarm bewegen und bei Bedarf können sich mehrere Fahrzeuge und bis zu vier passive Anhänger untereinander magnetisch zusammenkoppeln, um große und sperrige Teile zu transportieren. Mit seiner Dynamik und seinem omnidirektionalen Fahrwerk ist der Loadrunner perfekt für die Sortier- und Verteilprozesse geeignet. Die Lastabgabe erfolgt ohne zusätzliche Aktorik ausschließlich mittels Trägheit beim Abbremsen des Fahrzeugs. Der einzelne Loadrunner kann Lasten bis zu einem Gewicht von etwa 30 kg allein transportieren und sortieren. Somit lässt er sich zum Beispiel auch für den Transport und die Sortierung von Gepäckstücken an Flughäfen einsetzen.

Im September 2020 lieferte eine durchgeführte Untersuchung zum Einsatz des Loadrunners für die Paketsortierung die ersten Ergebnisse: Mit nur 60 Fahrzeugen lassen sich theoretisch deutlich über 10 000 Sendungen pro Stunde sortieren. Damit erreichen 60 Loadrunner bereits Leistungsbereiche von klassischen Sortiersystemen. Im Gegensatz zu diesen benötigt der Loadrunner jedoch wesentlich weniger fest installierte Infrastruktur und bietet eine deutlich schnellere Inbetriebnahme, dynamische Leistungsanpassung und höhere Skalierbarkeit.