Luftfracht

Lufthansa profitiert von Lieferketten-Problemen

Die globalen Lieferketten sind in Folge der Coronakrise aus dem Takt geraten, Container sind rar, die Preise steigen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann davon profitieren.

Für die Probleme mit Containern gebe es "zwei kurzfristige Lösungen", wie WKO-Spartenobmann Alfred Wolfram in einem Ö1-Interview sagte: "Die Verlagerung über die Schiene, oder auf das Flugzeug." Das sei zwar mit deutlich höheren Kosten verbunden, aber "trotzdem billiger als ein Produktionsstillstand." Viele Unternehmen versenden Frachtgüter nun also über die Luft.

Das kommt der Lufthansa sehr zugute, denn Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht für den von der Coronakrise hart getroffenen Konzern dank eines boomenden Luftfrachtgeschäfts wieder Licht am Horizont. Die positivsten Nachrichten für den Konzern in den letzten Wochen kämen von der Luftfrachttochter, sagte der Konzernchef. "Sie wird dieses Jahr über eine Milliarde Gewinn beisteuern", sagte er. Dies werde "mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit" erreicht.

Die globalen Lieferketten seien in Folge der Coronakrise absolut aus dem Takt geraten, führte der Airline-Chef im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) aus. "Das ist das ideale Geschäft bei der Luftfracht." Diese werde immer dann gebraucht, wenn Werttransporte per Schiff oder per Bahn nicht schnell genug seien. Große Kunden seien die Autoindustrie, aber auch Pharmaprodukte und medizinische Produkte seien gefragt. Zudem spiele der Onlinehandel eine wichtige Rolle. "Wir sind mehr oder weniger global ausverkauft in der Luftfracht", sagte Spohr. Dabei habe der Konzern auch kürzere Strecken im Blick. "Wir haben jetzt gerade entschieden, ins Kurzstreckengeschäft einzusteigen", sagte Spohr.

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Der Konzern, zu der auch die Airlines Eurowings, Swiss, Austrian Airlines (AUA) und Brussels Airlines gehören, wurde 2020 mit einem Finanzrahmen von 9 Mrd. Euro von Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien in der schweren Krise vor der Pleite bewahrt. Der deutsche Staat hatte im Rahmen einer milliardenschweren Stützungsaktion eine Beteiligung von 20 Prozent erworben und war damit zum Hauptaktionär aufgestiegen. (apa/Reuters/dpa)