Gütertransport

Mit AWARD zur Automatisierung des Gütertransports

Im europäischen Forschungsprojekt AWARD sollen automatisierte Transportfahrzeuge für Logistikanwendungen breiter nutzbar gemacht werden. Einer der Partner ist AIT. Jetzt startet das EU-Projekt.

AWARD entwickelt automatisierte Transportsysteme für jede Wetterlage.

Vernetzte und automatisierte Transportfahrzeuge bringen viele Vorteile mit sich. Sie ermöglichen eine höhere Auslastung, eine Effizienzsteigerung und eine Kostenreduktion der Logistik- und Lieferkette, was in weiterer Folge zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Transport- und Logistikindustrie führt. Ein weiterer Aspekt ist eine zu erwartende Unfallreduktion.

Das AIT Austrian Institute of Technology ist Teil des 29 Partner starken Konsortiums dieses EU-Projekts und trägt dazu bei, die Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer zu identifizieren und eine Mensch-Maschine-Schnittstelle für das Flottenmanagement automatisierter Fahrzeuge zu konzipieren.

Automatisiertes Fahren bei jedem Wetter

Beim automatisierten Gütertransport wurden zwar bereits große Fortschritte erzielt, jedoch gibt es noch eine Lücke zu schließen: Ihr Einsatz ist derzeit nur eingeschränkt möglich, da die Systeme noch nicht in der Lage sind, bei jeder Wetterlage mit dem erforderlichen Sicherheits- und Funktionsniveau zu arbeiten. Dieser Herausforderung wird sich das groß angelegte Projekt "All Weather Autonomous Real logistics operations and Demonstrations" (AWARD), das von der Europäischen Kommission über das HORIZON-2020-Rahmenprogramm mit fast 20 Millionen Euro gefördert wird, in den nächsten drei Jahren widmen. Das Projekt zielt auf die Entwicklung und den Betrieb von sicheren automatisierten Transportsystemen in einer Vielzahl von realen Anwendungsfällen in unterschiedlichen Szenarien ab. Dabei sollen auch eventuelle Einschränkungen identifiziert werden. Dies umfasst insbesondere die Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen, die auch mit widrigen Umweltbedingungen, wie starkem Regen oder sogar Schneefall, umgehen können. Das Projekt soll zum einen die kommerzielle Nutzung der Technologie ermöglichen und zum anderen politische Empfehlungen für Zertifizierungen und Zulassungsprozesse liefern.

White Paper zum Thema

Das wollen Nutzerinnen und Nutzer

Das AIT ist im Rahmen des Projekts für die Untersuchung der Bedürfnisse der Nutzer und Nutzerinnen zuständig. Unterstützt durch europaweit durchgeführte Co-Creation-Workshops sowie einer Umfrage mit 2.000 Personen werden Anwendungsszenarien und funktionale Anforderungen ermittelt und für den weiteren Verlauf des Projektes an die implementierenden Partner weitergereicht. „Die vielfältigen Anforderungen unterschiedlichster Nutzer*innen an zukünftige automatisierte Transportumgebungen müssen frühzeitig analysiert und in der Gestaltung der technischen Lösungen berücksichtigt werden“, erläutert Peter Fröhlich, Senior Scientist am AIT Center for Technology Experience. Darüber hinaus werden vom AIT (Center for Energy und Center for Technology Experience) ein umfassendes technisches Flottenmanagement-System mit Optimierungsmodellen und einem konfigurierbaren User Interface für den effizienten Einsatz automatisierter Fahrzeuge in Logistikanwendungen entwickelt.

Starkes Projekt-Konsortium für nachhaltige Ergebnisse

In dem Projekt kooperieren Hersteller von Schwerlastfahrzeugen, Technologieanbieter, Endnutzer*innen und Logistikbetreiber aus Fabriken, Lagern, Häfen und Flughäfen sowie Labore und Regulierungsbehörden aus zwölf europäischen Ländern (Österreich, Norwegen, Frankreich, England, Belgien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Niederlande, Spanien, Schweiz und Israel). Dabei kommt die fahrerlose Software von EasyMile zum Einsatz. 

In Österreich sind neben dem AIT Austrian Institute of Technology auch die Testregion DigiTrans, das Automobil-Cluster, die AustriaTech, das Linz Center of Mechatronics, die FH Oberösterreich sowie Kamag Transporttechnik, BRP Rotax, DB Schenker und Business Upper Austria an dem Projekt beteiligt.