Digitalisierung

Neues Fraunhofer Institut für Digitalisierung und KI in Kärnten

Österreich bekommt ein viertes Fraunhofer Institut – der neue Standort in Klagenfurt wird sich auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz konzentrieren. Warum vor allem KMU davon profitieren werden, lesen Sie hier.

Fraunhofer Österreich Künstliche Intelligenz Digitalisierung

Hier zu sehen das Innovationslabor des Fraunhofer IML. 

Die Fraunhofer Austria Research GmbH hat einen neuen Standort in Klagenfurt, den insgesamt vierten in Österreich, eröffnet. Wie die Verantwortlichen am Mittwoch vor Journalisten sagten, soll der Fokus im Innovationszentrum "KI4LIFE" auf den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz liegen. Dabei will man vor allem für kleine und mittlere Unternehmen Leistungen entwickeln und anbieten.

Im Vollausbau sollen 15 Mitarbeiter in Kärnten angestellt sein, langfristig soll diese Zahl auf 30 wachsen. Der Standort in Kärnten ist vorerst auf drei Jahre finanziert, dafür werden sieben Mio. Euro aufgewendet. Eine Mio. Euro pro Jahr kommt von Infineon, 400.000 Euro jährlich vom Land Kärnten und eine Mio. Euro pro Jahr wird von Stadt Klagenfurt, Wirtschaftskammer und anderen Institutionen sowie Industriebetrieben aufgebracht. Nach dieser Zeit strebt man an, noch zumindest weitere drei Jahre mit dem Standort in Kärnten vertreten zu sein. Bei dieser Gelegenheit richtete Fraunhofer Austria-Geschäftsführer Wilfried Sihn einen Appell an die zukünftige österreichische Bundesregierung, ins Finanzierungsmodell von Fraunhofer einzusteigen.

Das Innovationszentrum ist in der Nähe der Klagenfurter Universität angesiedelt, man will - auch durch die Nähe zum Lakeside-Park - auf Wissensaustausch und Zusammenarbeit bei herausfordernden Projekten setzen. Wirtschaftliche Basis soll die Auftragsforschung für Unternehmen sein, erklärte Fraunhofer Austria-Geschäftsführer Dieter Fellner: "In diesem Bereich darf man den Anschluss nicht verlieren. Digitalisierung ist ein Muss, wenn man das nicht auf Spitzenniveau betreibt, fällt man zurück."

Sihn verwies auf die Möglichkeiten, welche die Künstliche Intelligenz in unterschiedlichen Branchen eröffne: "Nicht nur in der Industrie, sondern auch im Gesundheitswesen oder im Tourismus." Um die Dienste von Fraunhofer für Kärntner Unternehmer schmackhaft zu machen, sollen pro Jahr sechs "Beratungsschecks" für kleine und mittlere Unternehmen aufgelegt werden: "Unternehmer können damit die Dienste kostenlos für zehn Tage in Anspruch nehmen, weil eine große Frage ist: Was soll ich tun?", erklärte Sihn.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte, Künstliche Intelligenz sei oft noch ein weißer Fleck, es sei wichtig, sich hier im Forschungsbereich zu etablieren. In die selbe Kerbe schlug auch LHStv. Gaby Schaunig (SPÖ): "Es gibt keine Branche, die von der Digitalisierung unberührt bleibt." Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) meinte, mit dem Zentrum würde für heimische Betriebe die Chance geschaffen, gute Ideen erfolgreich am Markt zu präsentieren. Oliver Vitouch, Rektor der Klagenfurter Universität, verwies auf zahlreiche Professuren und Fachgruppen in Klagenfurt, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen würden. Und Infineon-Österreich-Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka sagte, man wolle gestalten und nicht gestaltet werden: "Künstliche Intelligenz wird alle Bereiche betreffen, sie ist ja oft schon angekommen. Jedes Smartphone hat Algorithmen im Hintergrund, hinter denen Künstliche Intelligenz steht."
 

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