Ohne Paketdienstleister wäre Österreich in der Covid-19-Krise stillgestanden

ZV Spedition & Logistik zu RTR-Schlichtungs-Bericht 2020

Bezugnehmend auf die am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Zahlen des RTR Schlichtungsberichtes 2020 äußert sich heute Mag. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbandes Spedition & Logistik, der unabhängigen und verkehrsmittelneutralen Interessensvertretung der Branche:

„Die gestern präsentierten Zahlen der Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) zeigen eines ganz klar. Ein Paketaufkommen wie im Corona-Jahr 2020 hat es in Österreich noch nie gegeben. Die KEP-Branche ist ihrem Versorgungsauftrag auch während der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit vorbildlich nachgekommen und ohne sie wäre Österreich im wahrsten Sinne des Wortes stillgestanden.“ Allein in den ersten drei Quartalen 2020 – noch ohne das geradezu explodierte Weihnachtsgeschäft – wurden in Österreich 177 Millionen Pakete zugestellt. Angesichts dieser Mengen ist die Anzahl der Schlichtungsfälle von insgesamt 612 äußerst gering, bzw. – wie die RTR in ihrem Bericht schreibt – „vernachlässigbar“. Von diesen behördlichen Schlichtungsfällen wurde wiederum die überwiegende Zahl (74%) positiv abgeschlossen. Es wurden trotz Pandemie täglich Höchstleistungen am absoluten Limit vollbracht.

Um Beschwerden oder Zustellproblemen effektiv nachgehen zu können, regt Wagner genaue Datenübermittlung an:

„Es wird seitens der Paketdienstleister jeder Beschwerde einzeln nachgegangen. Wir ersuchen die Empfängerinnen und Empfänger möglichst konkrete Angaben zu ihrer Sendung zu machen; wie den Postdienstanbieter oder die Sendungs- bzw. Paketnummer zu nennen, damit die Nachverfolgungen rasch und problemlos möglich ist. Gleiches gilt auch für Schlichtungsfälle, denn der RTR Bericht zeigt, dass 49,41% der Verfahren – also fast jedes zweite – seitens der Behörde zurückgewiesen wird; meistens wegen fehlenden Verfahrensvoraussetzungen. Die ungelösten Probleme, die hier zurückbleiben, sind selbstverständlich nicht im Interesse der Postanbieter.“

Der ZV Spedition & Logistik unterstreicht die Notwendigkeit des Dialoges mit Politik und Verwaltung:

„Die COVID-Krise hat Prozesse wie die Verlagerung vom stationären Handel zu eCommerce nochmal deutlich beschleunigt. Dieser Trend wird anhalten. Daher ist die Politik gefordert, gemeinsam mit den Postanbietern die großen Themen wie „innovative Zustellkonzepte auf der letzten Meile“ und „Anreize für weitere Ökologisierung“ anzugehen, damit die heimische Wirtschaft und die Österreicherinnen und Österreicher nachhaltig davon profitieren können. Die Branche wünscht sich baldig konstruktive Gespräche“, so Wagner abschließend.

(Entgeltliche Einschaltung)