Corona-Krise

„Preside“: Visualisierung für Warenströme ist im Einsatz

Mit dem „Fraunhofer Austria Preside Dashboard“ könnten kritische Punkte in der Lebensmittelversorgung frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.

Handel Fraunhofer Austria Rainer Pascher Coronavirus Supply Chain

„Nennen Sie uns eine beliebige Region, und wir sagen Ihnen innerhalb von Sekunden, welche Produktgruppen betroffen sind, wenn diese Region abgeriegelt wird, und um welche Produktmengen es geht."

Fraunhofer Austria und die TU Wien haben gemeinsam mit Unternehmen aus dem Lebensmittelhandel ein Computerprogramm entwickelt, das Warenströme und Lieferketten visualisiert und übersichtlich darstellt, welche Produktgruppen betroffen sind, wenn bestimmte Regionen etwa im Zuge der Pandemie-Bekämpfung abgeriegelt werden.

Mit dem „Fraunhofer Austria Preside Dashboard“ könnten kritische Punkte in der Lebensmittelversorgung frühzeitig erkannt und Maßnahmen gesetzt werden, teilte Fraunhofer am Freitag mit.

Daten für Ministerien und Partnerunternehmen

Man unterstütze damit die Ministerien mit notwendigen Informationen, stelle das Tool aber auch den Partnerunternehmen zur Verfügung, die Rohdaten liefern, „jeweils natürlich in einer Version mit den eigenen Unternehmensdaten. So können die Betriebe noch besser selbst auf drohende Lieferengpässe reagieren und rechtzeitig alternative Lieferanten beauftragen, sodass die Regale immer gut gefüllt bleiben“, erklärte Rainer Pascher, Leiter der Gruppe Digitale Logistik und Automatisierung bei Fraunhofer Austria.

White Paper zum Thema

Einer der Projektpartner ist der Lebensmittel-Großhändler Kastner, der Echtdaten aus der Lieferkette des Großhandels für selbstständige Kaufleute und die Daten des Bio-Fachhandels liefert.

Visualisierung binnen Sekunden

Entscheidungsträger aus den Ministerien können nun die Auswirkungen jeder potenziellen Grenzschließung oder Quarantänemaßnahme auf die Grundversorgung vorab visualisieren lassen. „Nennen Sie uns eine beliebige Region, und wir sagen Ihnen innerhalb von Sekunden, welche Produktgruppen betroffen sind, wenn diese Region abgeriegelt wird, und um welche Produktmengen es geht“, sagte Pascher.

Das Tool, dessen Entwicklung vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds unterstützt wurde, soll helfen, dass schnell regiert werden kann, falls es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte. (apa/red)

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