Bahn

Ruf nach Ausbau des europäischen Schienennetzes

Branchenverbände pochen auf den Ausbau des Schienennetzes in Europa und fordern den Abbau von Ungleichgewichten zum Nachteil der Bahn.

2021 ist das Europäische Jahr der Schiene.

Zum Europäischen Jahr der Schiene fordern Branchenverbände einen attraktiveren Bahnverkehr in Europa. Es gebe im europäischen Schienenverkehr „bahn-und verkehrspolitisch keinen wirklichen Fahrplan“, beklagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Bündnisses Allianz pro Schiene, Dirk Flege.

Die politisch Verantwortlichen in Europa und in Deutschland rief er dazu auf, dem internationalen Bahnverkehr mit Schnell- und Nachtzügen in diesem Jahr Priorität einzuräumen und das Schienennetz auszubauen - auch im Sinne der Klimaziele. Europa sei „auf der Schiene nicht zusammengewachsen“, bilanzierte Flege.

Europäische Mautpflicht

Erforderlich sei auch der Abbau von Ungleichgewichten zum Nachteil der Bahn, sagte Flege. Wenn es etwa eine europäische Mautpflicht für den Schienenverkehr gebe, dann müsse es die auch für Lastwagen und Fernbusse geben, forderte das Bündnis. Gleiches gelte für die Mehrwertsteuer auf Zugtickets, die aus Sicht des Verbands Zugkunden im Vergleich zu Flugzeugpassagieren benachteilige. Außerdem entstünden Fahrgästen durch unterschiedliche Ticket-Systeme in Europa zusätzliche Hürden.

White Paper zum Thema

Die Initiative Magistrale für Europa beklagte, dass es auch nach Jahrzehnten immer noch keine durchgehende Hochgeschwindigkeitstrasse von Paris nach Budapest/Bratislava über die Region Karlsruhe gebe.

Der Schienenverkehr ist als emissionsärmere Alternative zum Auto- und Flugverkehr ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in Europa. Die EU-Kommission hat sich mit dem sogenannten Green Deal vorgenommen, wichtige Bereiche der Wirtschaft - dazu gehört der Verkehr - in den kommenden 30 Jahren grundlegend umzugestalten. Ziel ist es, bis 2050 alle Treibhausgase zu vermeiden oder auszugleichen und so klimaneutral zu werden. Durch den Schienengüterverkehr können im Vergleich zu Straßentransporten bis zu 80 Prozent an CO2-Emissionen eingespart werden. (apa/red)