2020

Schwarzmüller: Mehr Umsatz mit weniger Fahrzeugen

Der österreichische Nutzfahrzeug-Experte konnte trotz Corona-Pandemie den Umsatz von 2019 übertreffen und wurde erstmals Marktführer in fünf Ländern.

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Die neue Fließproduktion steigerte die Resilienz der Schwarzmüller Gruppe. Das wurde 2020 unter Beweis gestellt.

Die Schwarzmüller Gruppe hat 2020 einen Umsatz von 366 Millionen Euro nach 364 Millionen Euro im Jahr davor erzielt. Trotz einer Reduktion der verkauften Anhänger um sieben Prozent sind die Erlöse leicht gestiegen. „Mit diesem Ergebnis im Corona-Jahr sind wir sehr zufrieden. Unsere Anstrengungen, die Resilienz des Unternehmens zu steigern, haben gewirkt: Wir haben den Stresstest des Jahres 2020 bestanden!“ Das betonte CEO Roland Hartwig gestern bei der Bekanntgabe der Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr am oberösterreichischen Unternehmenssitz Hanzing. 2021 sei mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro budgetiert, werde aber wieder stark von der Corona-Pandemie geprägt sein.

8.800 Anhänger und Aufbauten hat die Schwarzmüller Gruppe im Vorjahr produziert. Das waren um 641 Stück weniger als 2019. Dennoch ist der Umsatz leicht gestiegen, und zwar um zwei Millionen Euro. 72 Prozent der Produktion entfallen auf Fahrzeuge für Bau- und Infrastruktur-Unternehmen. Während Trailer für den Fernverkehr im Jahr 2020 um fast 40 Prozent weggebrochen sind, blieben die Fahrzeuge für Bau und Infrastruktur vergleichsweise stabil. Ihr hoher Anteil spiegelt auch den Kauf von Hüffermann Transportsysteme wider, der im Jänner 2020 erfolgte.

Marktführer in fünf Ländern

Bei den schrumpfenden Volumina des Corona-Jahres hat Schwarzmüller in mehreren Ländern Marktanteile gewinnen können. Der oberösterreichische Premiumhersteller war mit Ende Dezember Marktführer in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. In Deutschland konnte man durch den Zukauf von Hüffermann erstmals die Zehn-Prozent-Marke überspringen. Die nächste Station ist laut Hartwig Polen.

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© Schwarzmüller Gruppe

Zu den Neuheiten des Jahres 2020 zählte die erste Schwarzmüller Off-Road-Mulde. Diese Fahrzeuge können auf Baustellen abseits von Verkehrswegen eingesetzt werden.

2021: Bis zu zehn Prozent Wachstum möglich

Für die gesamte Gruppe rechnet Hartwig in diesem Jahr mit 400 Millionen Euro Umsatz. Dafür will er 10.000 Fahrzeuge absetzen. „Auch in unserem Jubiläumsjahr bestimmt jedoch die Pandemie die Gangart. Wir haben die Kostenseite im Griff. Wir sind aber nicht sicher, was wir wirklich absetzen können.“ Im Moment gebe es einen zweistelligen Auftragsüberhang gegenüber 2020. Der könne aber schnell wieder verschwinden, wenn die Stimmung in der Industrie sinke oder die internationalen Lieferketten reißen.

In diesem Jahr feiert die Schwarzmüller Gruppe ihr 150-Jahre-Jubiläum.