Digitalisierung

So will Deutschland die Luftfracht digitalisieren

Mit dem digitalen Testfeld Air Cargo soll die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Luftfrachttransportkette durch bessere Vernetzung und der Digitalisierung von Abläufen gesteigert werden.

Ein deutschlandweites Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML im Auftrag des deutschen BMVI soll mehr Digitalisierung in die Luftfrachtlogistik bringen. 

Dafür wollen die Projektpartner einen neutralen deutschlandweiten Forschungsrahmen schaffen, der luftfrachtspezifische Forschungsaktivitäten bündelt und Digitalisierungsansätze in den verschiedenen Prozessabschnitten aufzeigt und verfügbar macht.

Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen unter der wissenschaftlichen Leitung des Fraunhofer IML und der Frankfurt University of Applied Sciences in sechs Teilprojekten integrierende und übergreifende »Leuchtturm-Lösungen« entwickelt und demonstriert werden. Die Durchführung dieser Projekte ist mit acht festen operativen Projektpartnern sowie einem assoziierten Partner geplant. 

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Der Zusammenschluss unterschiedlicher Akteure, die die gesamte Luftfrachtlogistik inklusive des Vor- und Nachlaufs abdecken, ermöglicht es, Blickwinkel und Anforderungen an die Weiterentwicklungen aus der gesamten Branche einzubringen und zu berücksichtigen. Das schafft zum einen die Möglichkeit, standortübergreifende Digitalisierungslösungen zu entwickeln und zum anderen die nötige Akzeptanz für eine Implementierung in die bestehenden Prozessabläufe.

"Das digitale Testfeld Air Cargo ist eine großartige Chance, mehr Innovationen für effiziente Luftfrachtprozesse in Deutschland gemeinsam als Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft in die Praxis zu bringen", so Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

"Wir wollen die Luftfracht digitaler und effizienter machen. Das gelingt uns nur, wenn die vorhandenen Kapazitäten besser genutzt und die Prozesse optimiert werden. Deshalb erarbeiten wir an den deutschen Flughafenstandorten digitale Lösungen, die die Luftfracht beschleunigen und somit auch die Emissionen von Luftfracht reduzieren können. Alle wichtigen Standorte in Deutschland arbeiten erstmals gemeinsam daran, den Luftfrachtstandort Deutschland zu stärken: München, Frankfurt, Leipzig und Köln! Die Luftfrachtbranche ist durch einen starken Wettbewerb gekennzeichnet. Bei diesem Projekt bringen wir alle Beteiligten zusammen und stellen so den deutschen Standort zukunftsfähig für den internationalen Wettbewerb auf", betont Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Das BMVI stellt für die Umsetzung rund sieben Millionen Euro zur Verfügung. Inhaltlich umfasst das Projekt die drei Themenfelder "Standardisierter Datenaustausch zwischen den Stakeholdern der Luftfrachttransportkette mit Bezug zu nationalen und internationalen Initiativen", "Automatisierung von Disposition, Handling und Transport" und "Mehrwert durch KI-gestützte Optimierung und Prognosen". Zu den Konsortialpartnern gehören neben den Flughäfen Köln, Frankfurt, Leipzig und München die Lufthansa Cargo AG, DB Schenker und die Sovereign Speed GmbH als Logistikdienstleister, sowie die CHI Deutschland Cargo Handling GmbH. Ebenso ist die LUG aircargo handling GmbH als erster assoziierter Partner beteiligt.