Verkehr : Tiroler Fahrverbot startet am Samstag

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Ab Samstag werden in Tirol erneut Fahrverbote auf dem niederrangigen Straßennetz für Durchreisende gelten, um den Stau-Ausweichverkehr zu unterbinden. Bestimmte Straßen werden damit bis Ostermontag, dem 13. April 2020, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen für "Stauflüchtlinge" gesperrt. Mit Jahresanfang wird es außerdem ein verschärftes Sektorales Lkw-Fahrverbot geben.

An den Samstag gelten die Fahrverbote von 7.00 bis 19.00 Uhr, an den Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 17.00 Uhr. Betroffen sind, wie bereits im Sommer, die Bezirke Innsbruck-Land, Kufstein und Reutte. Erstmals wird es auch im Bezirk Schwaz ein Fahrverbot geben. Darüber hinaus werden entlang der Transitrouten etwa in Ebbs, Gries am Brenner, Kufstein, Matrei am Brenner und Niederndorf Dosierampeln zum Einsatz kommen. Bei Überlastung werden diese Ampeln aktiviert. Ausgenommen ist der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.

Konkret gelten die Fahrverbote im Bezirk Kufstein auf der Unterinntalstraße (L211), der Buchbergerstraße (L295), auf der alten Erler Straße und der Gemeindestraße Endach. In Reutte werden die Reuttener Straße (L69), die Pinswanger Straße (L288) und der Zubringer Reutte Nord gesperrt. Im Bezirk Schwaz soll ein Umfahren der Achenseestraße (B181) vom Achensee Richtung Jenbach verhindert werden, weshalb die Ausweichstrecke, die Jenbacher Straße (L7), gesperrt wird. Zudem wird in Raum Innsbruck-Land ein Fahrverbot im Bereich der Ellbögener Straße (L38) erlassen.

"Der massive Ausweichverkehr in Verbindung mit ausgeklügelten Navigationsgeräten, die extrem schnell reagieren und Stauumfahrungen vorschlagen, macht Fahrverbote auf ausgewählten Straßen auch im Winter notwendig", rechtfertigte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die Maßnahme in einer Aussendung am Donnerstag. Damit solle die Versorgungssicherheit im Land gewährleistet werden, meinte er. Dieses "Maßnahmenpaket" fokussiere sich nun "auf die prekären Abschnitte, die besonders in den Wintermonaten vom Ausweichverkehr belastet sind", sagte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne).

Die Winter-Fahrverbote hatten zuletzt erneut zu massiver politischer Kritik aus Bayern geführt. CSU-Ministerpräsident Markus Söder riet seinen Landsleuten sogar vom Skiurlaub im Nachbarland ab.

Ab 1. Jänner wird es aber auch hinsichtlich der Lkw-Fahrverbote Neuerungen geben, denn das Sektorale Fahrverbot wurde verschärft. Weitere fünf Gütergruppen, darunter etwa Zement, Kalk oder Papier und Pappe, werden von dem Verbot betroffen sein. Außerdem wird die bisher geltende generelle Ausnahme für Lkw der Euroklasse 6 auf Fahrzeuge der Euroklasse 6D eingeschränkt. Das Verbot gilt auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Kufstein und Ampass. Darüber hinaus werden Fahrzeuge mit Elektroantrieb und Lkw, die ab dem 1. September 2018 erstmalig zugelassen wurden, ausgenommen bleiben.

Zusätzlich zu 20 Lkw-Blockabfertigungstagen, die für das erste Halbjahr 2020 geplant sind, wird es an elf Samstagen zwischen 4. Jänner und 14. März 2020 ein Lkw-Fahrverbot zwischen 7.00 und 15.00 Uhr gelten. Davon ausgenommen sind, wie auch im Vorjahr, Lkw mit einem Ziel in Tirol. Ab 15.00 Uhr greift dann das reguläre Wochenendfahrverbot. Damit könnte der Lkw-Verkehr an Samstag um durchschnittlich 65 Prozent reduziert werden, hieß es aus dem Landhaus. (apa/red)

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