Nach Verkauf

trans-o-flex und Post streiten weiter

Die deutsche Logistikgruppe sieht sich betrogen, die Post kontert scharf. Gleichzeitig verkündet trans-o-flex den gelungenen Turnaround.

Österreichische Post trans-o-flex Wolfgang P. Albeck kep

"Sanierung des Unternehmens geglückt": trans-o-flex.

Der Konflikt zwischen der Logistikgruppe trans-o-flex und der Österreichischen Post AG scheint noch nicht beendet. 2016 hatte der damalige Eigentümer Post die trans-o-flex verkauft. Nun haben laut „Kurier“ die Käufer bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Demnach werfen sie der Post „klassischen M&A-Betrug“ vor. Der entstandene Schaden liege zwischen 20 und 25 Millionen Euro.

Die Österreichische Post hat nun mit scharfen Worten reagiert. Die Anteilsveräußerung sei damals in einem „strukturierten und transparenten Verkaufsprozess“ erfolgt, begleitet von der Investmentbank Rothschild, KPMG und der deutschen Anwaltskanzlei Hengeler Mueller. Schon 2017 habe ein Schiedsgericht in München der Post Recht gegeben, nachdem die Eigentümer Ersatzansprüche geltend gemacht hatten.

„Üble Kampagne“

„Im Dezember 2018 folgte eine Strafanzeige der Käufer wegen angeblich schweren Betrugs gegen die Post, den Gesamtvorstand und leitende Angestellte der Post bei der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption in Wien“, heißt es in der aktuellen Aussendung der Post AG, „die Post weist abermals alle Vorwürfe, die in dieser üblen Kampagne vorgebracht wurden, auf das Schärfste zurück.“

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„Sanierung geglückt“

Gleichzeitig hat die trans-o-flex den gelungenen Turnaround verkündet: Nach einer Schwarzen Null 2017 beleg das 2018er-Ergebnis „definitiv, dass uns die Sanierung des Unternehmens geglückt ist“, sagt Wolfgang Albeck, der CEO der Logistikgruppe.

Der Turnaround ist für Albeck „ein eindeutiger Beleg dafür, dass sich unsere Strategie, auf 100 Prozent Qualität zu setzen, ausgezahlt hat“. Neben dem Schwerpunkt Qualität hat trans-o-flex 2018 auch die vor zwei Jahren begonnene Strategie der Sendungsbereinigung fortgeführt. „Wir haben uns erneut von Sendungen getrennt, die nicht in unsere Struktur passen oder die unprofitabel waren“, sagt Albeck. Trotz Sendungsbereinigung stieg der Umsatz auf 468 Millionen Euro.

Das Unternehmen will 2019 35 Millionen Euro investieren – in erster Linie in die Anschaffung neuer Fahrzeuge, IT- und Sortiertechnik. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll leicht steigen.