Logistik

Von Investitionen bis Öko: DB Schenker zieht Bilanz

Der Logistikdienstleister konnte im Jahr 2020 das Niveau des Vorjahres mit einem Gesamtumsatz von 1,29 Milliarden Euro in Österreich und Südosteuropa halten. Was erwartet das österreichische Unternehmen aus Logistik-Sicht weiter?

v.l..: Michael Meyer (CFO) und Alexander Winter (CEO) von DB Schenker.

„Es freut mich sehr, dass wir trotz aller Herausforderungen im Jahr 2020 ein stabiles Ergebnis verzeichnen konnten“, sagt Alexander Winter, CEO von DB Schenker in Österreich und Südosteuropa. Das Sendungsvolumen im Landverkehr blieb mit insgesamt 11,4 Millionen Sendungen in Österreich und im Cluster Südosteuropa konstant, wobei Österreich mit einer Summe von 7,9 Millionen die meisten Sendungen verzeichnete, gefolgt von Tschechien mit 1,4 Millionen und der Slowakei mit rund 527.000 Sendungen. 


In der Seefracht konnte DB Schenker Österreich und Südosteuropa ein Volumen von insgesamt 195.251 TEU erreichen. In der Luftfracht verzeichnete der international tätige Logistikdienstleister einen leichten Rückgang auf 56.067 Tonnen von 63.193 Tonnen 2019, was vor allem auf die weltweiten Flugverbote im ersten Halbjahr 2020 zurückzuführen ist. Im Bereich Kontraktlogistik konnte im gesamten Cluster Südosteuropa mit 164,25 Millionen Euro ein etwas höherer Umsatz im Vergleich zu 2019 mit 158 Millionen Euro erzielt werden.

Investitionen in Österreich ... 

DB Schenker setzt Wachstumskurs 2021 fort und investiert in Summe bei allen Projekten über 50 Mio. Euro in den Cluster Südosteuropa.

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Im laufenden Jahr 2021 steht bei DB Schenker wieder alles auf Wachstum. Der integrierte Logistikdienstleister investiert zum Beispiel insgesamt 14,8 Millionen Euro in Neu- und Ausbauten seiner Geschäftsstellen in ganz Österreich. So erfolgte erst kürzlich der Spatenstich für den Vollausbau der DB Schenker Geschäftsstelle in Klagenfurt mit einem Investitionsvolumen von 5,2 Millionen Euro. Der Ausbau der Niederlassungen in Linz auf über 31.500 Quadratmeter um 7,2 Millionen Euro und Röthis, Vorarlberg, um 2,4 Millionen Euro, stehen bereits in den Startlöchern. Im Salzkammergut setzte der Logistikexperte im September letzten Jahres den Startschuss für einen neuen Standort mit über 14.000 Quadratmeter in Ebensee. Der neue Terminal hat erst kürzlich den Betrieb aufgenommen. Des Weiteren laufen bereits auch detaillierte Planungen zum Bau eines neuen Logistikterminals in Tirol.

... und Südosteuropa

Im Cluster Südosteuropa konnte der international tätige Logistikdienstleister auch 2020 einige Projekte erfolgreich finalisieren. So bezog DB Schenker zum Beispiel ein neues Head Office in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina, das um rund 1,3 Millionen Euro erbaut wurde. Die serbische Landesorganisation bezog in Belgrad ebenso eine neue Zentrale auf 5.300 Quadratmetern, mit einem Investitionsvolumen von ebenfalls knapp 1,4 Millionen Euro.

Diesen Wachstumskurs setzt DB Schenker fort. So stehen bereits eine Erweiterung des Standorts in Blucina, Tschechien, um rund 1,5 Millionen Euro auf dem Plan sowie der Ausbau des Logistikterminals in Székesfehérvár, Ungarn, in der Höhe von über ein Million Euro. In Slowenien wird Ende 2021 eine neue Cross Docking Station in Ljubljana um 2,1 Millionen Euro fertiggestellt und in Rumänien werden in die Erweiterung des Terminals in Bukarest rund 980.000 Euro sowie in den Standort in Jucu über eine Million Euro investiert. Und auch in Bulgarien stehen Investitionen in der Höhe von knapp 1,4 Millionen in Sofia und Burgas bereits in den Startlöchern. Insgesamt investiert DB Schenker 2021 rund 8 Millionen Euro in die Region Südosteuropa. Dies sind Beispiel-Projekte, stellvertretend im Rahmen der geplanten Investitionen von über 50 Millionen Euro.

Logistik in Zeiten von Corona

Im Coronajahr hat DB Schenker Österreich das europaweite Pilotprojekt „No-Touch-Signatur“ gestartet, das eine sichere Dokumentation der Zustellung bei Einhaltung des Corona-Abstandes mittels Unterzeichnung am eigenen Smartphone ermöglicht. Die IT-Lösung für den kontaktlosen „Proof of Delivery“ (POD) kommt mittlerweile bei der Warenzustellung in ganz Europa zum Einsatz.

Seit Beginn der Pandemie stellte das Unternehmen außerdem zusätzliche Charterflüge zur Verfügung, um den Markt mit dringend notwendigen Luftfrachtkapazitäten zu versorgen. Dies betraf vor allem den Transport von Covid-19 relevanten Produkten wie Schutzmasken, Antigen Schnelltests und Schutzausrüstung. So wurden etwa über 65 Tonnen Antigen-Tests von Seoul in Südkorea nach Wien und Bratislava transportiert. In Tirol lieferten die Experten von DB Schenker 230.000 Corona-Antigen Rapid Tests von der chinesischen Stadt Hangzhou nach Innsbruck. Die Tests hatten in Summe ein Gewicht von vier Tonnen und kamen bei Testungen von Covid-19 in Tiroler Alten- und Pflegeheimen sowie bei niedergelassenen Ärzten zum Einsatz. 

Ausblick 2021: Was erwartet österreichische Unternehmen aus Sicht der Logistik? 

Die Zahlen des ersten Quartals 2021 lassen eine zuversichtliche Tendenz für DB Schenker in Österreich und Südosteuropa erkennen. Gleichzeitig ist noch mit gewissen Covid-bedingten Ausnahmesituationen wie etwa Kapazitätsengpässen, Containerknappheit und hohe Transportraten im Bereich Ocean zu rechnen, wobei der dadurch verstärkte Wechsel auf die Luftfracht natürlich nicht als Dauerlösung gesehen werden kann. Im Jahr 2020 ist die Anzahl der von DB Schenker angebotenen Flüge auf Rekordhöhen angestiegen. Eine Vielzahl der neuen Verbindungen entstand ursprünglich als Ersatz für eingestellte Passagierflüge. Dieser Prozess soll sich 2021 fortsetzen. Produkte zur medizinischen Versorgung werden weiterhin wichtige Treiber für die Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten sein. Durch das erweitere Flugangebot von DB Schenker kann der weltweit tätige Logistikdienstleister zusätzliche Kapazitäten für potenzielle Lieferungen von Covid-19-Impfstoffen, pharmazeutische Güter und medizinische Ausstattung bieten.

ECO JAHR – 2021: Nachhaltigkeit im Vordergrund

Erklärtes Ziel von DB Schenker ist es, die Transportemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Aus diesem Grund legt der Logistikdienstleister ein Hauptaugenmerk auf das Thema Nachhaltigkeit und hat 2021 zum „ECO Jahr“ ernannt, in dem gezielt auf einen effizienten Umgang mit Ressourcen aufmerksam gemacht werden soll. So ist auch bei allen Neu- und Umbauten die Intention, die Energieeffizienz nachhaltig zu verbessern und alle 13 Standorte in Österreich werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und auf den neusten technischen Stand gebracht, um die CO2 Emissionen weiter zu reduzieren.

Und auch bei den Transportlösungen setzt DB Schenker sein Ziel, CO2-Emissionen zu reduzieren, konsequent um. So wurden erst kürzlich in Wien, Salzburg und Ried vier vollelektrische und emissionsfreie FUSO eCanter-Lkw in Betrieb genommen. Als nächste Landeshauptstadt wird Innsbruck einen eCanter erhalten. In Kombination mit Lastenfahrrädern leistet der elektrische Klein-Lkw einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Lärm- und Umweltverschmutzung in den Ballungszentren. Das Konzept soll zeitnah auf weitere Städte in Österreich und Südosteuropa ausgerollt werden.