Infrastrukturreport

Welche Investitionen in Infrastruktur rechnen sich?

Österreichs Entscheider halten Infrastruktur neben Bildung für den wichtigsten Standortfaktor. Besonders wichtig: die Informationstechnologie.

Infrastruktur Future Business Austria Infrastrukturreport David Ungar-Klein

200 Seiten ist er dick, und er destilliert die Aussagen von 240 österreichischen Managern: der Infrastrukturreport 2019. Die Grundfrage lautete, in welchen Bereichen sich Investitionen in die Infrastruktur am ehesten lohnten – und die Antworten sind nicht unbedingt die erwarteten. „Österreichs Manager messen dem Ausbau der Infrastrukturbereiche IT, Telekom und Energie bereits mehr Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes bei, als dem Ausbau des Straßen- und Schienennetzes“, sagt David Ungar-Klein, der Initiator des Reports.

Infrastruktur wird von den Befragten – nach hohem Bildungsstandard – als wichtigster Aspekt für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes genannt. Splittet man die Infrastruktur in ihre Teilbereiche auf, so ist die Informationstechnologie mit 91% der wichtigste Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, gefolgt von Telekommunikation (86%) und Energie (86%). Erst danach kommen Schiene (80%), Luftfahrt (77%), Straße (74%) und Schifffahrt (43%). Bei den prioritären Infrastrukturausbauprojekten der Zukunft führt mit Abstand die Forderung nach dem Ausbau neuer Technologien für Energieeffizienz (73%) vor der Sicherung gegen Cyber- und Terrorangriffe (58%) und dem Ausbau des 5G-Mobilfunkstandards (50%).

Bei Optimierung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen könnte Österreich von erheblichen Produktivitätssteigerungen durch den Einsatz neuer digitaler Anwendungen profitieren. „Nach Schätzungen der befragten Manager beträgt das Produktivitätssteigerungs-Potenzial durch neue digitale Anwendungen enorme 15,5%. Gemessen am BIP des Jahres 2017 ist damit zusätzliche Wertschöpfung in der Höhe von rund 57 Milliarden Euro für den Standort Österreich möglich“, rechnet Ungar-Klein vor.

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Setze man diese zusätzliche jährliche Produktivitätssteigerung in Relation zu den einmaligen Kosten des flächendeckenden Breitband- und 5G-Ausbaus in Österreich in der kolportierten Höhe von rund zehn Milliarden Euro, werde deutlich, wie bedeutsam der Ausbau der digitalen Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sei. Sebastian Kummer, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien: „Die Kosten des flächendeckenden Breitbandausbaus sind wesentlich geringer als die positiven Wirkungen, die innerhalb eines Jahres entstehen. Es gibt wahrscheinlich in keinem staatlichen Bereich besser investierte Mittel als in Breitbandausbau und 5G.“