Infrastruktur

Wo die Seidenstraße Österreich kreuzt

China braucht Österreich mit an Bord für den europäischen Teil der neuen Seidenstraße. Aber wie weit ist das Binnenland hier? Mit Video.

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Vergangenen Samstag landete Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Peking. Er bleibt nebst der "größten Delegation aller Zeiten" eine ganze Woche. 250 Köpfe zählt die Abordnung aus Österreich, darunter 170 Wirtschaftstreibende und mehrere Minister. Das große Thema des Besuches: die Seidenstraße natürlich. Die neue selbstverständlich.

Während vor knapp einem Jahr noch kein einziges österreichisches Regierungsmitglied dem Seidenstraßen-Gipfeltreffen beiwohnte – bei der Konferenz in Peking letzten Mai waren fast 30 Staats- und Regierungschefs zugegen –, ist das eurasische Mega-Infrastrukturprojekt jetzt sogar Teil des Regierungsprogrammes. Doch welche Rolle würde das kleine Binnenland hier überhaupt spielen?

Zug um Zug

Eine wichtiger Punkt für China ist die Bahnverbindung von Belgrad nach Budapest. Das klingt zwar nicht außergewöhnlich umfangreich und auch nicht sehr China-relevant, wäre aber ein integraler Teil der angestrebten Athen-Ostsee-Verbindung. Ein nicht irrelevanter Punkt auf dieser Strecke wäre Wien, wofür der Güterbahnhof in Inzersdorf ausgebaut würde. Hier scheint ein Beschluss aber noch weit entfernt.

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Ein erstes Abkommen zwischen der Wirtschaftskammer und dem China Council for the Promotion of International Trade wurde aber zumindest bereits im Oktober 2017 beschlossen. Die Allianz soll auch dazu dienen, infrastrukturelle Verbindungen auszubauen und gemeinsam Strategien abzustimmen. Die ÖBB wurden außerdem bereits eingeladen, der Güterverkehrsvereinbarung zwischen China und Europa beizutreten. Die Zugpaare würden damit vom derzeitigen Stand von 3000 auf 5000 im Jahr 2020 steigen.

https://www.youtube.com/watch?v=3mgL1CTgQHk

Wird es konkreter?

Während des China-Besuchs von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und einigen Regierungsmitgliedern unterzeichneten Verkehrsminister Norbert Hofer und sein chinesischer Amtskollege Li Xiaopeng einen Aktionsplan. Laut diesem sollen die Forschungsinstitute und Experten der beiden Länder in Zukunft intensiviert zusammenarbeiten um vielleicht auch gemeinsame Projekte aufzustellen. Bei der gemeinsamen Forschung und den möglichen Projekten soll es um umfassende Bereiche in der Stadtplanung, im Straßen- und Tunnelbau und Schiffsverkehr gehen. Eine konkrete Ansage ist das aber natürlich noch nicht.

Lesen sie hier: Was hat Europa der Neuen Seidenstraße Chinas entgegenzusetzen?

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