Bürgerinitiative

Droht dem neuen Verteilzentrum der Post jetzt das Aus?

Pölzl Post
© Österreichische Post

Bürgerinitiativen sind der Sand im Getriebe vieler Bauvorhaben. Man denke nur an die geplante dritte Piste am Flughafen in Schwechat. Oder an so ziemlich jedes Wasser- oder Windkraftwerk in Österreich. Jetzt bekommt auch die Österreichische Post den geballten Anrainer-Aktivismus zu spüren.

Im niederösterreichischen Langenzersdorf plant das Unternehmen ein neues Verteilzentrum. 50 Mio. Euro soll es kosten und 300 Arbeitsplätze schaffen. Die Bürgerinitiative „Nein! zum Logistikzentrum Langenzersdorf“ ist weniger optimistisch und zeichnet eine Horrorszenario, das von Feinstaubbelastung über Lärmorgien bis zu LKW-Lawinen kein Schreckgespenst auslässt.

Prüfverfahren

Besonders wurmt die Initiative, dass keine so genannte "Strategische Umweltprüfung" (SUP) durchgeführt wurde, sowie, dass zwei NATURA 2000 Gebiete dem Projekt weichen müssten. Unterstützung erhält sie jetzt scheinbar von der Europäischen Kommission. Laut Aussendung der Bürgerinitiative hat diese eine Überprüfung angeordnet, um die Konformität mit europäischem Recht zu abzuklären.

„Nur bei einem geringen Prozentsatz der eingebrachten Beschwerden, leitet die EU-Kommission ein Prüfverfahren, wie in diesem Fall, ein“, sagt Brigitte Etzelsdorfer, die Sprecherin der Bürgerinitiative. „Das bedeutet für uns, dass wir im Recht sind“.

Seitens der Post möchte man die Entwicklung mit Verweis auf laufende Verfahren nicht kommentieren. Aber bereits in der Vergangenheit machte Vorstandsvorsitzender Georg Pölzl klar, dass er keine Alternative zu Langenzersdorf sieht: „Wir brauchen dieses Logistikzentrum unbedingt. Es kann nicht sein, dass jeder Standort madig gemacht wird.“