Digitalisierung

Warum eigentlich IoT in der Logistik?

Das Internet der Dinge und die Logistik – sie passen perfekt zusammen. Doch die meisten Anwender kennen nur Teilbereiche – die, die sie selbst nutzen. IoT ist aber sehr viel mehr als nur Tracking und sehr viel mehr als vernetzte FTS. Plus: Diese IoT-Events für Logistiker sollten Sie nicht versäumen.

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Logistik Transport Containerschiff IoT Tracking Lager

IoT, also das Internet der Dinge, spielt für viele Branchen eine wichtige Rolle auf dem Weg in die totale Digitalisierung. Doch keine Branche könnte wohl so sehr vom Internet of Things profitieren wie die Logistik. Denn Supply Chain Management und komplette intelligente Vernetzung klingen wie füreinander gemacht.

Die Relevanz von IoT für die Logistik erkennen auch bereits die meisten Unternehmen – laut einer Pac-Studie halten gut die Hälfte der befragten 150 IT- und Fachbereichsverantwortlichen in größeren Branchenunternehmen das Internet der Dinge für wichtig oder sehr wichtig. Der Zuspruch kommt besonders von Transportunternehmen. Die wenigsten halten von der Technologie und ihren Chancen gar nichts. Viele wollen sich aber noch nicht festlegen – was auch damit zusammenhängen könnte, dass viele noch nicht über das gesamte Potential Bescheid wissen. Was macht denn IoT in der Logistik und Fertigung genau?

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Entlang einer Supply Chain entstehen Unmengen an Prozessdaten, alle miteinander zusammenhängend. Eine bessere und interessantere Voraussetzung für IoT-Technologien könnte es kaum geben. Wofür das gut sein soll, ist leicht geklärt. Schließlich würde auch abseits von IoT jeder Logistiker zustimmen, dass eine Lieferkette umso effizienter ist, je übersichtlicher und vernetzter sie ist. Warum also mithilfe des modernen Stands der Technik nicht noch übersichtlicher und obendrein noch intelligenter?

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Der wahrscheinlich größte Bereich, mit dem IoT in der Supply Chain Anwendung finden kann, ist das Tracking. Innerhalb des GPS-Trackings ergeben sich für die unterschiedlichsten Logistik-Bereiche, für die Produktion, für den Transport, für den Handel etliche Möglichkeiten. So ist für den einen Betrieb interessant, die Transportmittel selbst zu tracken und so das Flottenmanagement zu verbessern. Für den anderen kann es von großer Bedeutung sein, die zu transportierenden Produkte zu tracken – etwa einen ganzen Container auf einem Schiff, oder einzelne Waren im Container.

Intelligente Übersicht gefällig?

Ein Beispiel: Ein Containerschiff hat einen langen Weg vor sich und die Waren ab dem Zielhafen die nächste Transportstrecke. Werden sie bereits auf dem Schiff getrackt und die Daten in Echtzeit synchronisiert, können mehrere Parteien davon profitieren, die genaue Position und Geschwindigkeit des Schiffs zu jedem Zeitpunkt zu kennen. 

Das mag übertrieben klingen – schließlich hat ein Schiff einen Zeitplan, es gibt Funktelefone und wenn es einmal im Hafen ist, wird das auch jedem auffallen. 

https://youtu.be/5zuyssUMGTc

Doch unser Zeitalter verlangt sehr viel mehr als ungefähre Ankunftszeiten und relativ zeitnahe Bearbeitungen der Waren. Legt ein Schiff auch nur etwas früher oder später an als geplant, bedeutet der daraus resultierende Zeitverlust einen Kostenaufwand im fünfstelligen Bereich. Denn nicht nur müssen Entlader zur Stelle sein – das Schiff muss auch aufgetankt und möglichst schnell neu beladen werden. Für die Güter braucht es einen Folgetransport und schließlich warten irgendwo Betriebe und Kunden auf die Waren.

Wo ist das Schiff? 

Es können aber nicht nur Position und damit Geschwindigkeit getrackt werden, sondern auch verschiedene Umwelteinflüsse und der Zustand der Waren. Das ist beispielsweise im Handel mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Chemikalien von großer Wichtigkeit. Durch IoT kann nun in Echtzeit festgestellt werden, wenn etwas schiefläuft. Das ermöglicht schnelles Gegensteuern, Schadensbegrenzung, aber auch das Wissen um Ausfälle. Alles in allem gehen durch IoT-Tracking weniger Waren verloren – auch, weil weniger Waren verderben oder kaputtgehen.

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Die Möglichkeiten des Trackings enden nicht mit dem Transport. Im Lager angewendet lassen sich so Güter schneller finden – die Basis für ein schnelles Kommissionieren und in weiterer Folge für zufriedene Kunden. Auch werden so Fehler wie falsche Produktversendungen eher vermieden. Hier bedeutet die IoT-Vernetzung, dass Tracking gleich mehrere Folgeprozesse auslösen kann – etwa die automatische Notifizierung des Transports; eine automatische Benachrichtigung an den Kunden, dass die Ware auf dem Weg ist; oder eine automatische Rechnungsausstellung.

Vernetzung auf Lager

IoT im Lager kann auch für Identifikationen abseits der Waren genutzt werden. So gibt es etwa IoT-fähige Kameras, die Fehlfunktionen im Betrieb bemerken und melden. Werden Förderzeuge im Unternehmen vernetzt, lässt sich das interne Flottenmanagement besser gestalten – es herrscht eine Übersicht über die Auslastung der Geräte und jeder Fahrer kann automatisiert zu der Stelle gerufen werden, an der er gebraucht wird.

So vielseitig die Möglichkeiten auch sind, eines haben sie alle gemeinsam. Daten sind das Um und Auf. Und IoT funktioniert nur, wenn alle Systeme und Geräte, die in der Datenauswertung berücksichtigt werden, korrekt integriert sind. Ohne laufend nachkommende Fachkräfte und ohne Weiterentwicklung wird es nicht gehen. Die Technik mag uns vieles abnehmen, vieles erleichtern, vieles verbessern – doch es braucht viele menschliche Köpfe um sie zu bauen, weiterzuentwickeln, zu integrieren und sicher zu machen. Kein Wunder also, dass es zu dem Thema viele Veranstaltungen mit vielen verschiedenen Schwerpunkten gibt. Deswegen haben wir für Sie die wichtigsten IoT-Events im nächsten Monat in Europa zusammengestellt.

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Im Sommer machen IoT-Events eher Pause, doch im September stehen gleich mehrere vielversprechende Veranstaltungen in Europa auf dem Programm. 

Industrial Internet of Things & Industrie 4.0 Kick-off Event 

4. September, Mainz

Networking wird auf dieser Veranstaltung großgeschrieben, aber auch sonst wird es wahrscheinlich nicht langweilig. Zum Beispiel werden die IIoT MindSphere von Siemens, eine offene Cloud-Plattform, und Anwendungsbeispiele vorgestellt. 

Cloud 2019 Technology & Services Conference 

10. September, Bonn

17. September, Hanau

19. September, Hamburg

26. September, München

Sozusagen der Wanderzirkus unter den IoT-Events – hier gibt es gleich vier Möglichkeiten, Workshops und Fachvorträge zu besuchen. Ist man gerade auf der Suche nach einer Cloud-Lösung, ist man hier gut beraten.

Cloud Foundry Europe Summit 2019 

11. – 12. September, Den Haag

Wer auf die Cloud vertraut, will sie auch in guten Service-Händen wissen. Auf diesem Summit wird auch Entwicklern die Möglichkeit gegeben, aus den Erfahrungen der Anwender zu lernen und neue Strategien zu entwickeln.

https://youtu.be/LMwo_zgfYjU

EBS Symposium 

18. – 20. September, Oestrich-Winkel (Hessen)

Für jene, die wissen wollen, woran die nächste Generation arbeitet. Hier treffen Studenten auf Unternehmen, die Themen sind unter anderem KI, IoT, Robotik und 3D-Druck. Auch eine Jobmesse ist Teil des Events.

https://youtu.be/zmqBd0q5AVI

Swiss Industry 4.0 Conference

19. September, Baden (Aargau)

Digitalisierung und Digitale Transformation stehen im Zentrum der wahrscheinlich wichtigsten Praxisveranstaltung der Schweiz. Zu den Besuchern zählen so auch über 300 Führungskräfte.

Viamedici Innovation Day 2019 

23. – 24. September, Heidelberg

Chancen, aber auch Risiken der digitalen Transformation werden auf dem Innovation Day nicht verschwiegen – so heißt auch das Motto dieses Jahr „Discover Digital Excellence“. Wie die Reise klappen soll, wird auch anhand von Business Cases diskutiert.

Berlin Urban Tech Summit 2019

25. September, Berlin

Das diesjährige Motto lautet „Industrie in der Stadt“ und spricht damit auch innovative städtische Logistik an. Den Summit gibt es bereits seit elf Jahren.

Internet Security Days 2019

26. – 27. September, Brühl (Nordrheinwestfalen) 

Hauptsache sicher. Die Security Days finden zwar im Vergnügungspark Phantasialand statt, das Thema ist aber sehr real. Es geht um die neuesten Cyber-Bedrohungen und Sicherheitstrends.

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