Made in Norway: Das Geisterschiff aus dem Frierfjord
26.05.2017
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Verrückt oder eigentlich ganz logisch? Zwei Unternehmen wollen Frachtgut schon bald per fahrerlosem Elektroschiff ausliefern. Die Strecken, auf denen das Schiff so ganz ohne Mannschaft fahren soll, sind aber noch ziemlich kurz. Mit Video.
Elektroautos sind uns allen schon längere Zeit ein Begriff. Sie sollen Schadstoffe, gerade in großen Städten und Ballungsräumen, reduzieren und ein umweltfreundliches Fahren schaffen. Doch ein viel größerer Luftverschmutzer als Autos sind Containerschiffe. Um gegen dieses Problem anzusteuern, hat sich das norwegische Chemie-Unternehmen Yara mit dem ebenfalls norwegischen Schiffbauer Kongsberg zusammengetan. In Kooperation soll das erste komplett elektrisch betriebene Containerschiff kreiert werden. Schon ab 2018 soll dieses den Transport von Yaras Exportgütern zu den nahegelegenen Häfen übernehmen. Momentan legen jedes Jahr rund 20.000 Container diesen Weg in LKW’s zurück. Diese Umweltbelastung soll nun mit dem autonomen Elektroschiff Yara Birkeland, benannt nach dem Firmengründer Kristian Birkeland, beseitigt werden.
„Jeden Tag benötigen wir mehr als 100 mit Diesel betriebene LKWs, um unsere Produkte von unserer Produktionsstätte zu den Häfen in Brevik und Larvik zu fahren, von wo aus die Waren in die ganze Welt transportiert werden“, sagt Yara-CEO Svein Holsether. „Mit dem batteriebetriebenen Containerschiff können wir den Transport von der Straße aufs Wasser verlegen. Das reduziert Staub und Lärm, erhöht die Sicherheit auf den lokalen Straßen und verringert die NOx- und CO2-Emissionen.“
Die Produktionsstätte von Yara liegt in der norwegischen Hafenstadt Porsgrunn. Die Entfernung zum Hafen Breivik beträgt 14 Kilometer, die zum Hafen Larvik 26 Kilometer. In den ersten Jahren seiner „Dienstzeit“ soll die Birkeland ihre Strecken mit Besatzung an Bord zurücklegen. 2019 möchte Yara das Schiff per Fernsteuerung lenken, ein Jahr darauf soll es dann völlig autonom fahren können. Kongsberg hat sich bei der Entwicklung der Systeme viel vorgenommen, doch das Ziel ist klar definiert. „Die Entwicklung von autonomen Systemen ist ein entscheidender und natürlicher Schritt für Kongsberg“, meint CEO Geir Håøy.