Firmenname: Knapp AG
Gründungsjahr: 1952
Vorstand: Gerald Hofer (CEO), Franz Mathi (COO), Christian Grabner (CFO)
Mitarbeiterzahl: 3.400
Jahresumsatz: 632 Mio. Euro (2016/17)
Projekte im Lebensmittelhandel: 140 Food-Retail-Projekte in mehr als 30 Ländern
Referenzen im Lebensmittelhandel: Edeka, Spar, Rewe, Migros, Trinkgut, Bahlsen, Kaiser’s Tengelmann, Shoprite, Wal-Mart, tmall.com, Lotte Mart, tudespensa.com
dispo: Herr Hansl, wie sehr sind Systeme wie jenes für AuchanDirect.fr tailormade?
Rudolf Hansl: Die Grundfunktion solcher Lösungen bleibt immer ähnlich, wenngleich sich vieles weiterentwickelt. Die Möglichkeiten etwa der Sequenzierung oder der Pufferung werden mit jeder technischen Generation erweitert. Wir lernen also dazu – aber auch unsere Kunden lernen permanent in Bezug auf die Erwartungen der Konsumenten. Unser Markt ist äußerst dynamisch. Natürlich gibt es auch gewisse Philosophien der Auftraggeber, die zu berücksichtigen sind. Viele Lebensmittelhändler haben ja eigene Logistikabteilungen, und damit existieren auch immer wieder Leidenschaften und Vorlieben. Auch Logistiker haben so etwas (lacht).
Sind diese Befindlichkeiten ein Problem?
Hansl: Nein. In der Logistik geht’s nicht um Befindlichkeiten. Die Ansätze sind nicht immer deckungsgleich, aber im Grundsatz ist man sich meist rasch einig. Der Prozess bis zum Business Case ist aber natürlich intensiv, das dauert meiner Erfahrung nach bei großen Projekten zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Manche Auftraggeber unternehmen mit uns mehrere Referenz-Reisen und sehen sich verschiedene Lösungen an. Parallel dazu analysieren wir ihre Daten und erarbeiten die Zielzahlen. Das ist ja die größte Herausforderung für alle E-Commercer: Was wagt man zu prognostizieren?
A propos Befindlichkeiten: Hören Sie als Automatisierer eigentlich oft den Vorwurf, dass Sie Jobs vernichten?
Hansl: Es ist auszuhalten. Tatsächlich ermöglicht oder unterstützt ja erst die Automatisierung das Wachstum unserer Kunden. Somit werden bei den Kunden Jobs sowohl direkt in Service und Automatisierung als auch indirekt geschaffen. In Summe wachsen die meisten unserer Kunden sehr stark.
Außerdem fällt bei dieser Debatte meiner Meinung nach ein wesentliches Argument meist unter den Tisch: Unsere Kunden finden die Mitarbeiter gar nicht mehr, die sie für die manuelle Bearbeitung der Aufträge bräuchten. Und zwar auch in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, wie etwa im Raum Madrid. Dort habe ich von Kunden gehört, dass sie einfacher Servicetechniker und IT-Ingenieure finden als die vielen Kommissionierer, die sie benötigten. In unserer Branche geht es derzeit fast jedem so. Die forcierte Automatisierung ist nicht zuletzt eine Reaktion unserer Kunden auf diesen Umstand.
Diese Story finden Sie auch in dispo Ausgabe 1-2/2018.