Kommentar : Spitzensport Logistik: Standortwahl als Matchwinner

Österreichs Ex-Serienmeister Red Bull Salzburg steckt mitten in einer sportlich herausfordernden Phase. Neben Verletzungen hat vor allem die klubinterne Transferpolitik dazu beigetragen, dass die Konkurrenten in der Bundesliga trotz deutlich geringeren Budgets den Verein überholt haben. Die Abgänge von erfahrenen Leitwölfen wurden durch deutlich jüngere und entwicklungsfähigere Rohdiamanten ersetzt. Diese Jungstars können allerdings trotz hoher Ablösesummen die hinterlassenen Lücken nicht schließen. Das Ergebnis ist eine verunsicherte Mannschaft und der sportliche Absturz ins Tabellenmittelfeld.
Wie im Fußball, wo hochdotierte Spieler nicht automatisch zum Teamerfolg führen, ist auch bei der Auswahl des idealen Logistikstandorts nicht nur der Preis entscheidend. Die Balance zwischen Investitionskosten und operativer Effizienz muss stimmen. Unternehmen setzen daher zunehmend auf datengetriebene Modelle und Simulationen.
Hierbei gibt es eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die beschafft, analysiert und bewertet werden müssen. Als wesentlicher Faktor tragen Grundstückspreise sowie Kosten für Bau und Technik bei. Doch auch Themen, wie der verfügbare Energiemix oder die Arbeitskräfteverfügbarkeit und -qualifizierung sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Die Nähe und die ideale Verkehrsanbindung zu Lieferanten und Kunden muss gewährleistet sein, um Transporte kostenoptimal und nachhaltig zu gestalten. Rechtliche Vorschriften, Gesetze und Zölle sind genauso zu berücksichtigen wie Unwetter- und Krisenresistenz. All diese Einflussfaktoren sind für alle potenziell geeigneten Standorte zu erheben und mit der Unternehmensstruktur und den geplanten Wachstumszielen zu verbinden. Eine für viele Unternehmen fast unlösbare Aufgabe, die nur unter sehr hohem Aufwand möglich ist.

Das Forschungsprojekt „INSIGHT“ zielt darauf ab, einen umfassenden Wissensgraphen zu erstellen, der alle wichtigen Standortparameter und deren Beziehungen abbildet. Auf dieser Grundlage wird eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, die Netzwerkstruktur des Unternehmens in den Wissensgraphen zu integrieren und mit allen Standortfaktoren zu verknüpfen. Dadurch können neben Kostenfaktoren alle weiteren relevanten Einflussfaktoren in der Standortwahl abgebildet werden. Die Suche und Auswahl eines optimal geeigneten Standorts wird vereinfacht und beschleunigt sowie Transparenz und Aufwandsreduktionen im Planungsprozess geschaffen.
Mit den Ergebnissen des Projekts „INSIGHT“ erfolgt die Standortauswahl auf einer fundierten und ganzheitlichen Entscheidungsgrundlage – und so wird die Standortwahl zum Matchwinner jedes Unternehmens. Dadurch können Planungen vermieden werden, die an Aussagen wie jener des ehemaligen deutschen Nationalspielers Andreas Möller erinnern: „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!“
