Trasport

VCÖ will Mindestmaut und Obergrenzen für Lkw

Das Problem sei der Transit-Verkehr. Verschiedene Maßnahmen sollen helfen.

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Während der Lkw-Verkehr über die Schweizer Pässe seit dem Jahr 2000 um ein Drittel zurückgegangen sei, habe er über den Brenner um die Hälfte zugenommen, kritisiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und verweist dabei auf eine aktuelle Studie des Schweizer Bundesamts für Verkehr. Demnach sei der Alpentransit in der Schweiz im Unterschied zum Brenner auch heuer rückläufig, sagt der VCÖ.

Die Transitroute über den Brenner sei auf Grund der niedrigen Lkw-Maut in Deutschland und Italien am billigsten, verweist der VCÖ auf den Schweizer "Verlagerungsbericht 2019". Der VCÖ fordert deshalb neuerlich eine Lkw-Mindestmaut in der EU, eine höhere Diesel-Besteuerung und die vertragliche Festlegung einer Höchstmenge an Transporten.

Der Schweizer Bundesrat (Regierung) legt alle zwei Jahre einen Bericht über den Stand der Verkehrsverlagerung und die zu erwartende Entwicklung vor. Der Verlagerungsbericht 2019 zeigt, dass die Maßnahmen wirken. Ohne diese Maßnahmen würden jährlich zusätzlich rund 800.000 schwere Güterfahrzeuge die Alpen queren, rechnet das Schweizer Bundesamt für Verkehr vor. Die Schiene erreiche heute einen Marktanteil von 71 Prozent. Das gesetzlich festgelegte Ziel von maximal 650.000 alpenquerenden Schwerverkehrsfahrten pro Jahr sei dennoch verfehlt worden - 2018 waren es 941.000 Fahrten.

Dennoch sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Anzahl der Lkw-Fahrten über die Schweiz um 460.000 gesunken, während jene über den Brenner um rund 860.000 auf über 2,4 Millionen zugenommen hätten, betont der VCÖ.

Mit dem freien Warenverkehr in der EU wären Transport-Obergrenzen für Lkw vereinbar, meinte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer am Dienstag zur APA. Immerhin gebe es ja auch andere Verkehrswege. Eine Mindestmaut wäre notwendig, weil der Lkw-Verkehr derzeit nur einen Bruchteil der von ihm verursachten Kosten selbst bezahle. Wie stark sich die Warenpreise für die Konsumenten durch die vom VCÖ geforderte Verteuerung des Transports erhöhen würden, hat der VCÖ nicht berechnet.

Es gebe nicht nur eine Kapazitätsgrenze der Autobahnen, sondern auch eine Kapazitätsgrenze, was die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung angehe, sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer. Diese Grenze sei in Tirol erreicht. "Das schlechteste Mittel dagegen sind die Blockabfertigungen, die sind eine Notmaßnahme." Besser wäre eine "Alpentransitbörse", an der Durchfahrtsrechte gehandelt werden sollten, so Gansterer. Die Kontrolle der Durchfahrten wäre ein vertretbarer Aufwand, schließlich werde ja auch die Lkw-Maut kontrolliert.

Bei den geforderten Maßnahmen gehe es nicht in erster Linie um eine Verlagerung von Österreich in andere Länder wie die Schweiz, sondern um eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene. (apa/red)

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