Fahrerlose Systeme

Wenn das FTS mit dem Aufzug spricht

Fahrerlose Transportsysteme kommunizieren untereinander und mit Aufzügen. Welche technischen Entwicklungen gerade besonders vorangetrieben werden.

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Während selbstfahrende PKW für die Gesellschaft derzeit noch ein geradezu futuristisches Hot Topic sind, gibt es die fahrerlosen Transportsysteme, kurz FTS, in der Intralogistik schon wesentlich länger. Auch bei der LogiMAT 2018 werden sie ein zentrales Thema sein.

DS Navios öffnet Tür und Tor

Einer der Aussteller rund um FTS wird DS Automotion sein. Das Linzer Unternehmen beschäftigt sich bereits seit 1984 mit den Systemen. Im Bereich freie Navigation präsentiert es in seiner Leitsystemfamilie DS Navios regelmäßig Weiterentwicklungen und Neuheiten. Die Leitsteuerung FreeGuide aus der Navios-Serie tauscht mit MES- und ERP-Systemen ständig Daten aus, ermittelt die besten Routen für jedes Gefährt im System und erstellt so individuelle Fahraufträge. Position und Zustand jedes Fahrzeugs wird permanent zentral überwacht und in Echtzeit in die Visualisierung der FTS-Anlage eingespeist. So sind kurzfristige Kursänderungen möglich und Mitarbeiter des Betriebs behalten einen Überblick über die herum kurvenden Geräte. Auch der Signalaustausch mit Fremdsystemen ist, wenn zugelassen, möglich. Das kann beispielsweise vonnöten sein, damit die Fahrzeuge nicht vor geschlossenen Rolltoren stehen. Mittels Signalaustausch können die FTS Tore öffnen und Aufzüge anfordern.

Spurgeführt oder frei navigiert

Bei FTS wird grundsätzlich zwischen spurgeführten und frei navigierenden Systemen unterschieden. Bei ersterer Variante folgend die Fahrzeuge Magnetbändern oder Induktionsschleifen am Boden. Über diese können die Fahrzeuge auch permanent ihre Batterien laden. Solche spurgeführten Systeme finden vor allem in der Fließproduktion Anwendung, speziell in der Automobilindustrie sind die Ingenieure gut mit dieser Form vertraut.

In klassischen Intralogistik-Anwendungen trifft man dagegen eher auf frei navigierende FTS. Die Fahrzeuge folgen virtuellen Wegen, wobei sie sich beispielsweise an Lasermarken orientieren, wenn sie das Vormaterial vom Lager zum Arbeitsplatz bringen oder andere Aufgaben erfüllen.

Kein Abklang in Sicht

FTS waren ursprünglich vor allem für die Materialbereitstellung in der Produktion genutzt, ihr Leistungsspektrum ist allerdings viel größer: So erweisen sie sich auch als flexible Plattformen für Montageprozesse und in der Ver- und Entsorgung in Spitälern als praktisch. Da ein reibungsloser Ablauf der Fahrten und die Integration in umgebende Systeme stark von der Intelligent der FTS abhängt, kann hier mit permanenten Weiterentwicklungen und Neuheiten gerechnet werden.

Unter anderem in Krankenhäusern soll das Transportfahrzeug SALLY zum Einsatz kommen, ein Pilotprojekt für FTS im öffentlichen Raum, an dem DS Automotion teilnimmt. Die Herausforderung sind hier natürlich die Menschenmassen, denen die Fahrzeuge während ihrer Routen begegnen werden. Die Versuchsergebnisse, wie sich SALLY in der Öffentlichkeit macht, sollen Herbst 2018 präsentiert werden.