Kommentar von Carina Tüllmann, COO der Open Logistics Foundation : „Open Source und Intralogistik? Definitiv ein Match.“

Carina Tüllmann, COO der Open Logistics Foundation

Carina Tüllmann ist COO der Open Logistics Foundation.

- © Open Logistics Foundation

Unsere Antwort auf die Frage nach den möglichen Logistik-Bereichen, die wir abdecken könnten, ist simpel: alle! Wie sagen unsere Dortmunder Nachbarn vom Fraunhofer IML doch so gerne: „100 Prozent der Logistik muss in den Fokus genommen werden – und nicht weniger!“ So sehen auch wir es: Lieferketten denken wir immer Ende zu Ende – und intermodal. Logistik ist global, Logistik ist vernetzt.

In allen Bereichen der Logistik gibt es einen Unterschied zwischen Alleinstellungsmerkmalen und Commodities, sprich: nicht wettbewerbsdifferenzierenden Aspekten. Unsere Stiftung beschäftigt sich ausschließlich mit Commodities. Dadurch sitzen unsere Mitglieder, darunter natürlich auch Mitbewerber, ruhigen Gewissens an einem Tisch und etablieren zusammen neue De-facto-Standards – aus der Industrie für die Industrie; für alle verfügbar als Open-Source-Lösung. Welches Unternehmen kann es sich noch erlauben, bei Commodities nicht den effizientesten Weg der Kooperation zu gehen? Gerade in wirtschaftlich und politisch herausfordernden Zeiten. 

Start einer Intralogistikoffensive

Wir als Stiftung sehen im Bereich Commodities großes Potenzial in der Intralogistik. Die Kraft liegt in der Gemeinschaft! Daher gibt es am 2. April, 15 – 17 Uhr, einen virtuellen Roundtable von uns. Was sind die Ideen? Wo drückt der Schuh am meisten? Wo können wir pragmatische Lösungen entwickeln, die die Kompatibilität von Systemen und Anbietern ermöglichen, Regulatorik und/oder Kundenanforderungen begegnen und schlichtweg effizienter sind? Wir blicken gespannt auf den Input der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die übrigens nicht nur unsere Mitglieder sind. Jeder engagierte Intralogistiker ist eingeladen – auch Nicht-Mitglieder (Anmeldung: events@openlogisticsfoundation.org).

Es gibt innerhalb der Stiftung bereits konkrete Entwicklungsbeispiele aus der Intralogistik wie z.B. im Bereich der Industrieschnittstelle VDA5050. Hier treffen unterschiedliche Systeme oder Sichtweisen aufeinander. Diskussionen gibt es immer; etwa um die Verbindung zu WMS, ERP und weiteren Systemen oder der Hardwareebene, wenn es um den Mischbetrieb von Fahrzeugflotten oder den Einsatz verschiedener Fördertechniken geht. Wichtig ist: ein gemeinsames Verständnis entwickeln – u.a. zu Funktionen und Kennzahlen – um versteckte Potenziale zu erkennen.

Lesen Sie auch: Interoperabilität in der Intralogistik ist einer der wichtigsten Logistiktrends

Am Anfang neuer Themen stehen immer ein paar mutige Frontrunner, die bereit sind, Ressourcen in die gemeinsame Vision zu stecken. Aus der Vision kann dann eine „Bewegung“ entstehen. Wer wird den ersten Schritt gehen?