SAP-Fiori-Apps : Optimierte digitale Werkzeuge für intralogistische Prozesse

Error in digitalem Code

Wie jede Software können auch Fiori-Apps ihre Schwachstellen haben, insbesondere bei Eigenentwicklungen.

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Seit ihrer Einführung im Jahr 2013 haben SAP-Fiori-Apps die Nutzungsweise von SAP-Systemen mitgestaltet. „Gerade in der Intralogistik, wo schnelle und präzise Abläufe erforderlich sind, bieten Fiori-Apps entscheidende Vorteile“, betont Sebastian Wachter, Manager bei Quanto Solutions, einem SAP-Beratungshaus, das sich u.a. auf Tools zur Optimierung von Fiori-Lösungen spezialisiert hat. „Sie lassen sich flexibel anpassen, sind direkt in SAP integriert und auf mobilen Endgeräten nutzbar, was vendor-spezifische Lösungen oft obsolet macht.“

Allerdings können maßgeschneiderte Lösungen auch Risiken bergen. „Fehlerhafte Implementierungen, unzureichende Usability, ineffiziente Prozesse und eine mangelhafte Performance können bei der Nutzung zu erheblichen Problemen führen, die den eigentlichen Mehrwert schädigen“, warnt Wachter. Unternehmen sollten daher vor allem ihre eigenentwickelten Apps kontinuierlich optimieren.

Typische Herausforderungen bei der Nutzung intralogistischer Fiori-Apps

Drei Probleme treten mit SAP Fiori-Apps in der Intralogistik typischerweise auf:

1. Performance-Probleme

Fiori-Apps sollen große Datenmengen schnell verarbeiten. Verzögerungen durch lange Ladezeiten oder instabile Serviceaufrufe beeinträchtigen den Workflow und die Produktivität erheblich. Oftmals ist die Verarbeitung großer Datenmengen auch schlicht unnötig und nur ein Zeichen mangelnden Prozess- oder Entwicklungs-Knowhows. 

2. Fehlerhafte Datenverarbeitung

In komplexen Prozessen wie Fertigungsrückmeldungen oder Materialverfolgung kann es zu fehlerhaften Buchungen oder Datenverlusten kommen. Diese wirken sich negativ auf nachgelagerte Prozesse wie Bestandsverwaltung oder Kostenkalkulation aus.

3. Eingeschränkte Benutzerfreundlichkeit

Unklare Benutzeroberflächen oder schwer zugängliche Fehlermeldungen erschweren die Bedienung und führen zu ineffizienten Workarounds.

„Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Apps benutzerfreundlich, performant und prozessstabil sind. Nur dann können sie ihre Effizienzpotenziale voll ausschöpfen“, so Wachter.

Gezieltes Monitoring und Optimierung als Erfolgsstrategie

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen setzen Unternehmen auf spezialisierte Monitoring-Tools. Solche Lösungen erfassen und analysieren Performance-Daten, Benutzerverhalten und technische Fehler systematisch.

„Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die App-Optimierung ein“, erklärt Wachter. „Dadurch werden Schwachstellen gezielt beseitigt, Prozesse effizienter gestaltet und die Stabilität der Anwendungen verbessert.“

Praxisbeispiele: Erfolgreiche Optimierung durch Monitoring

Szenario 1: Rückmeldungen in der Fertigung – Effizienz durch maßgeschneiderte Lösungen

Anhand mehrerer Beispiele lässt sich die Verbesserung von Fiori-Apps, speziell von Custom Apps und Eigenentwicklungen, mit Optimierungstools veranschaulichen. 

Ein häufiges Einsatzszenario für Fiori-Apps in der Intralogistik ist bspw. die Rückmeldung von Fertigungsaufträgen. Diese Rückmeldungen sind für Unternehmen von zentraler Bedeutung, da sie die Fertigungszeiten, Materialverbräuche und Ausschussmengen dokumentieren. Auf dieser Grundlage erfolgt die Buchung der Ist-Kosten auf die jeweiligen Arbeitsvorgänge.

Standard-Fiori-Apps stoßen jedoch an Grenzen, wenn Unternehmen komplexere Anforderungen umsetzen möchten, etwa:

  • Die Erfassung der genauen Fertigungszeit mit Start- und Endzeit.
  • Die Buchung von Materialverbräuchen direkt aus der Fertigung.
  • Die korrekte Zuordnung von Sammelrückmeldungen bei mehreren gleichzeitig bearbeiteten Aufträgen.

„In einem konkreten Fall führte eine Eigenentwicklung dazu, dass die App bei Sammelrückmeldungen Fehler machte, wenn Ausschussmengen korrekt zugeordnet werden sollte“, sagt Wachter. Mithilfe eines Monitoring-Tools wurde das Problem daraufhin aufgedeckt: Die Logik der App war nicht darauf ausgelegt, Ausschussmengen bei komplexen Prozessen präzise zuzuordnen. Nach einer Optimierung der Zuordnungsregeln und des Workflows konnte die App so angepasst werden, dass Sammelrückmeldungen fehlerfrei verarbeitet werden.

Szenario 2: Materialverfolgung in der Intralogistik – Präzision in Echtzeit

Ein weiteres Beispiel betrifft die Verfolgung von Materialien in einem automatisierten Lager. Über eine mobile Fiori-App sollten Lagerbewegungen wie Ein- und Auslagerungen dokumentiert werden. Diese Prozesse erfordern eine hohe Präzision, da Fehler in der Rückverfolgung von Materialien erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtprozess haben können.

Die Analyse mittels spezialisiertem Monitoring-Tool zeigte, dass die App bei einer sehr großen Zahl von Warenbewegungen – wie sie in Spitzenzeiten auftreten – unzuverlässig wurde. Durch Synchronisationsprobleme zwischen verschiedenen Systemen kam es vermehrt zu Dateninkonsistenzen. Zusätzlich wurde festgestellt, dass die Benutzeroberfläche der App die Mitarbeiter nicht ausreichend unterstützte, da Hinweise und Fehlermeldungen schwer erkennbar waren und daher ignoriert wurden, was zu Buchungsfehlern führte.

Durch gezielte Maßnahmen wie die Verbesserung der Datenübertragungsmechanismen, die Integration eines visuellen Feedback-Systems für Fehler und die Optimierung der Benutzeroberfläche konnte die Stabilität und Benutzerfreundlichkeit der App deutlich verbessert werden.

Handy mit Analysedaten
Quanto Analytics ermittelt u.a. Daten vom Backend über das SAP-Gateway und Fiori Launchpad (bzw. Workzone) bis zur eigentlichen App. - © Quanto Solutions