Energiepreise : Steigende Energiepreise belasten Logistikbranche massiv

Transporeon
© Yuri Bizgaimer / Fotolia

Nachdem in Österreich der Obmann der Sparte Transport und Verkehr der WKO, Alexander Klacska, eindringlich vor einer Insolvenzwelle der Transportbranche gewarnt hat, hört man nun auch aus Deutschland klare Worte: "Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie", sagte Carsten Taucke, Präsidiumsmitglied des deutschen Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). "Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind nicht mehr in der Lage, die steigenden Diesel- und Gaspreise zu stemmen."

Die in Deutschland beschlossene Senkung der Mineralölsteuer sei zwar ein erster richtiger Schritt. Allerdings sei die Entlastung auf drei Monate befristet, was nicht ausreiche. Die Wirtschaft brauche grundsätzlich bezahlbare Energiepreise. "Um die Versorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden, muss eine Insolvenzwelle in der Transportbranche abgewendet werden", forderte Taucke, der Chef des Logistikers Nagel ist.

Die Unternehmen trügen zwar die Sanktionen aus Überzeugung mit, spürten dadurch aber zusätzliche Belastungen. "Die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Wirtschaft sind bisher kaum absehbar." Neben massiv steigenden Kosten bei Energie und beim Einkauf nehmen demnach Logistik-, Finanzierungs- und Versicherungsprobleme zu. "Es kommt zu ganz konkreten Lieferausfällen, etwa bei Holz, Stahl und Aluminium."

Die Sanktionen beeinflussen laut BGA die Lieferketten in einer Region, die für den Transport zwischen Asien und Europa entscheidend ist. Das treibe die Kosten deutlich hoch - durch das Ausweichen auf alternative Routen oder Transportmittel und die steigenden Energiepreise. "In Folge des Krieges in der Ukraine gehe ich von einer weiteren Steigerung der Frachtraten aus", sagte der Vorsitzende des BGA-Verkehrsausschusses. Zudem gebe es auf den seit längerem akuten Personalmangel in der Logistik bisher keine Antworten. "Viele Fahrer stammen aus der Ukraine und Russland." Die Ausfälle könne man nicht ersetzen, betonte Taucke. "In Deutschland fehlen aktuell rund 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer."