Intralogistik

Automatisches Kleinteilelager für 11.500 Behälter

Wie ein Werkzeughersteller seine Produktionsversorgung optimiert hat.

Novopress mit Hauptsitz in Neuss ist ein Hersteller von Crimpwerkzeugen für die Elektroindustrie und Presswerkzeugen für die Rohrverbindungstechnik. Das 1969 gegründete Unternehmen wollte in einer bestehenden Lagerhalle ein Kleinteilelager errichten, das Teile für die Endfertigung lagert und diese auftragsbezogen versorgt. Die Entscheidung fiel zugunsten des Systems AutoStore von Hörmann Logistik.

Simulation

Im Vorfeld des Projekts führte Hörmann mehrere Anlagensimulationen mit Auftragsdaten von Novopress durch. Zur Erhöhung der Anlagenleistung kam den Entwicklern zugute, dass 90-95% der Fertigungsaufträge am Vortag bekannt sind. AutoStore nutzt diese Information und bereitet die Aufträge in der betriebsfreien Nacht vor, so dass am Folgetag die Behälter für die Warenentnahme zu den Ports transportiert werden können. In der Simulation konnte dies berücksichtigt werden.

Acht Roboter

Die Simulationsergebnisse und die Vorgaben von Novopress mündeten in eine Systemkonfiguration mit 11.500 Behältern der Größe 649 mm x 449 mm x 220 mm (L x B x H), 8 Robotern, 8 Roboter-Ladestationen, 2 Carousel-Ports für den Wareneingang und 4 Conveyor-Ports für die Kommissionierung.

White Paper zum Thema

© Novopress

Kommissionier-Port

Das AutoStore-System besteht aus einem Aluminium-Rastersystem mit Verkleidungen an vier Seiten und den Gesamtabmessungen von 29,4 m x 9,4 m x 5,4 m (L x B x H) inklusive der Service-Bühne. In dem Rastersystem stehen Stapel mit jeweils 24 Behältern direkt auf dem Hallenboden. Über den Behälterstapeln ist das Fahrschienensystem (Grid) montiert, auf dem sich die acht batteriebetriebenen, autonomen Roboter bewegen und kooperativ Behälter aufnehmen, umsortieren und die Ports mit Behältern ver- und entsorgen.

© Novopress

Das Grid, ein Fahrschienensystem unter dem sich die Behälterstapel befinden.

Das maximale Gesamtgewicht der Behälter beträgt 35 kg bei einer Netto-Zuladung von rund 30 kg. Zur Absicherung des Maximalgewichts findet an den Ports eine Übergewichtsprüfung statt. Die Behälter können durch Trenneinlagen flexibel für die Nutzung mehrerer Artikel unterteilt werden.

Selbstständig zur "Steckdose"

Die Roboter bewegen sich durch ihre vier, über Eck angeordneten Räderpaare in zwei Richtungen und erreichen so jede Position im Raster. Sie kommunizieren über WLAN mit der AutoStore-Steuerung, die die Transportaufträge an die einzelnen Roboter vergibt. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität fahren die Roboter selbstständig zu einer der Ladestationen am Rand des Grids. Die AutoStore-Steuerung ist auf der angebundenen Serviceplattform untergebracht.

© Novopress

Die Roboter bewegen sich mit einer Beschleunigung von 0,8 m/s² und einer Geschwindigkeit von 3,1 m/s auf dem Grid.

Das Kleinteilelager weist ein kompaktes Layout auf. Zur Ausnutzung der räumlichen Gegebenheiten und zur Maximierung der Stellplatzanzahl stehen einige Bereiche des AutoStore-Systems auf Stahlbaubühnen. In diesen Bereichen ist die Fläche unter dem Kleinteilelager für andere Zwecke, wie für Fahr- oder Fußwege, nutzbar. Je nachdem, ob die Behälterstapel auf der Bühne stehen oder direkt auf dem Hallenboden, sind die Behälterstapel unterschiedlich hoch.

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Verkehrsweg unter dem teilweise aufgeständerten Kleinteilelager

Das System ist für 38 Wareneinlagerungen sowie 94 Kommissionier-Auslagerungen pro Stunde ausgelegt, kann aber jederzeit erweitert werden. Etwa durch zusätzliche Ports, mehr der Roboter oder eine Vergrößerung des Grids.

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