Intralogistik

Dematic automatisiert in Dubai

Der Intralogistik-Spezialist hat ein neues Distributionszentrum für die Landmark Group in Dubai fertiggestellt. Dieses bietet Lagerkapazitäten für bis zu 2,2 Millionen Kartons und integriert das bis heute größte Dematic Multishuttle-System.

In das neue automatisierte Distributionszentrum ist das bis dato größte Dematic Multishuttle-System mit mehr als 1.200 Shuttles, 94 Liften und fast 950.000 Stellplätzen auf 33 Ebenen integriert.

Das neue Distributionszentrum der Landmark Group befindet sich in der Jebel Ali Free Zone (JAFZA) in der Nähe des DP World Jebel Ali Port, einem der größten Containerhäfen der Welt. An diesem Standort lagert und verteilt das Einzelhandelsunternehmen unter anderem Kleidungsstücke, Möbel und Spielwaren an fast 1.400 ihrer Einzelhandelsgeschäfte und von dort aus direkt an die Endverbraucher.

Hasan Dandashly, Präsident und CEO von Dematic, erklärt: „Landmark bot uns die Gelegenheit, neben der Zusammenführung des Fulfillment-Betriebs auch die Umgestaltung ihres Geschäfts zu unterstützen. Das Unternehmen kann ein erstaunliches Wachstum in kurzer Zeit vorweisen und hat sich zu einem der größten Einzelhändler im Nahen Osten, in Afrika und Indien entwickelt.“ Landmark beliefert inzwischen mehr als 2.300 Geschäfte in 24 Ländern.

43 Meter Lagerhöhe für 36.000 Stellplätze

Ein Alleinstellungsmerkmal des 265.000 Quadratmeter großen Standorts ist das 43 Meter hohe Palettenlager in Silo-Bauweise mit bis zu 36.000 Stellplätzen für den Wareneingang. Der nicht sofort für die Distribution benötigte Bestand wird palettiert und dann mit vier 41-Meter-Stapelkränen vom Modell SR-U1500/1 mit zwei Teleskopgabeln ein- und ausgelagert. Im klimatisierten Palettenhochregallager werden temperaturempfindliche Artikel gelagert. Es ist mit einem Brandschutzsystem mit sauerstoffreduzierter Atmosphäre ausgestattet, sodass auch sensible und leichtentzündliche Güter gelagert werden können.

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Bis dato unerreichbar

Das Dematic Multishuttle-System bietet äußerst schnelle Warenbewegungen unter maximaler Raumausnutzung. Der patentierte Inter-Aisle-Transfer ermöglicht einen gangübergreifenden Warenaustausch sowie eine doppeltiefe Lagerung. Mehrere Lifte pro Gang und leitschienengesteuerte Shuttles mit Hochleistungsbeschleunigung und -geschwindigkeit schaffen die Voraussetzungen dafür, dass ein einzelnes Shuttle zwischen 700 und 800 Stellplätze bedient. Folglich können bis zu 15.000 Behälter pro Stunde zu den Kommissionierstationen befördert werden, womit die Anlage die größte und schnellste ihrer Art ist, die Dematic je installiert hat. „Mit diesem Distributionszentrum haben wir eine Logistik-Benchmark für den gesamten Nahen Osten gesetzt“, meint Mihin Shah, Chief Supply Chain Officer bei Landmark Group.

Die Anlage bietet auch große Kapazitäten für hängende Textilien: Das GOH-System kann bis zu zwei Millionen Kleidungsstücke aufnehmen und Durchsatzraten von bis zu 250.000 Artikeln pro Tag erzielen. Die Gesamtlösung umfasst mehr als 200 spezifizierte Arbeitsstationen inklusive Value Added Services, darunter wertschöpfende Dienstleistungen wie die Anpassung von Waren für bestimmte Einzelhändler durch Anbringen von Etiketten, durch Branding oder mit Werbeangeboten. Ein elf Kilometer langes Bandfördersystem für Behälter und Paletten sowie Dematic-Sorter vervollständigen die Anlage.

© Knud Dobberke/Dematic

Das neue Distributionszentrum bietet im Dematic Garment-on-Hanger-(GOH)-System umfassende Lagerkapazitäten für rund 2 Millionen Textilien.

WMS mit WCS und MFC

Die Dematic iQ Software soll für einen optimalen Materialfluss sorgen. Die Software fungiert als Warehouse Management System (WMS) für die Bestandsverwaltung und umfasst ein Warehouse Control System (WCS) sowie einen Material Flow Controller (MFC). Die Waren werden je nach der aktuellen und prognostizierten Nachfrage in vier automatisierten Lagerbereichen und im temperaturgeregelten manuellen Lager dynamisch umpositioniert. Die Software stellt zudem sicher, dass sich das richtige Produkt jederzeit am richtigen Ort befindet, unter der Zusatzanforderung die Workloads ausgewogen auf die Subsysteme zu verteilen. „Die Automatisierung bietet Skalierbarkeit und Geschwindigkeit bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Arbeitssicherheit“, so Shah.