Schiffstransport

Die deutsche Binnenschifffahrt steht kurz vorm Stillstand

Deutschlands Schifftransport sitzt buchstäblich am Trockenen. Doch was passiert, wenn es nicht bald regnet?

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Schiffstransport Binnenverkehr Deutschland Dürre

Den Wettergott Zeus anbeten oder einen Regentanz aufführen? Not macht erfinderisch, und die ist im deutschen Schiffsverkehr derzeit tatsächlich am Mann. Denn regnet es nicht bald stark und auch relativ langanhaltend, steht es nicht gut um die Binnenschifffahrt. Bereits im Herbst könnte der Transport auf vielen Flüssen stillstehen, darunter auf dem Rhein, der Oder, Elbe und Donau.  

Die Auswirkungen des niedrigen Wasserstandes machen sich aber bereits jetzt bemerkbar. So können, um nicht zu tief zu sinken, viele Schiffe nur mehr mit halber Ladung fahren, manche sogar mit beträchtlich weniger. Das bedeutet eine Hintanstellung aller als weniger wichtig beurteilten Transportgüter. Und viele Schiffe haben bereits an sich zu viel Tiefgang und können gar nicht mehr ins Binnengewässer stechen können. 

Dadurch wird der Transport auch teurer – erstens, weil die Nachfrage steigt; zweitens, weil bei niedrigeren Wasserständen per se mehr gezahlt werden muss. Kleinwasserzuschlag nennt man so etwas. Damit ist der Transport einer Tonne mittlerweile doppelt so hoch wie bei normalen Wasserständen. 

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Während die Hitzewelle zwar für dieses Jahr vorüber scheint, ist mit ausreichend starken Regenfällen momentan allerdings noch nicht zu rechnen. Viele Schifffahrtsunternehmen leiden bereits unter den wirtschaftlichen Konsequenzen, nicht mehr oder nicht ausgelastet fahren zu können. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt nennt keine konkrete Summe, verlangt aber finanzielle Hilfe vom Staat. Und bis dahin: Regentanz. 

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