E-Commerce

GS1 Standards werden global gestärkt

Damit chinesische Verbraucher gesuchte Produkte „Made in Germany“ leichter finden und miteinander vergleichen können, wollen Alibaba und GS1 Germany den Einsatz von GS1 Standards im E-Commerce stärken. In Österreich ist vorerst keine Zusammenarbeit vorgesehen - aus einem überraschenden Grund.

GS1 Alibaba Group E-Commerce Handel

Terry von Bibra, der General Manager der Alibaba Group beim ECR Tag 2017.

Deutsche Produkte werden international geschätzt: Vor allem das Interesse der chinesischen Mittelschicht an Produkten aus Deutschland wächst und der Online-Einkauf ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Aktuell liegt die Zahl bei jährlich 466 Millionen aktiven Konsumenten auf den Alibaba Plattformen wie Tmall, die Produkte aus dem In- und Ausland erwerben.

Damit deutsche Waren noch leichter auffindbar gemacht werden können, wollen Alibaba und GS1 Germany den Einsatz von GS1 Standards im E-Commerce stärken. Darauf haben sich die Unternehmen in einer Absichtserklärung geeinigt.

Digitaler Fingerabdruck

Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht darum insbesondere die Globale Artikelnummer GTIN (früher EAN) zur eindeutigen Identifikation von Produkten. Mithilfe dieser Nummer lassen sich Online-Angebote nutzerfreundlich strukturieren und Suchergebnisse für Verbraucher verbessern. Darüber hinaus können Unternehmen anhand der GTIN Geschäftspartner eindeutig identifizieren. Denn die globale Artikelnummer beinhaltet auch eine GS1 Basisnummer, welche nur auf ein einziges Unternehmen weltweit registriert ist. Damit wirkt die GTIN wie ein Fingerabdruck im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr. Auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay ist ihr Einsatz heute bereits Pflicht.

White Paper zum Thema

Terry von Bibra, General Manager Europa der Alibaba Group, begrüßt die Kooperation: „Das Ziel von Alibaba ist, den Handel weltweit zu vereinfachen. Die Basis für jede Art der Vereinfachung ist, dass bei allen Beteiligten Klarheit darüber herrscht, wie eine länderübergreifende Zusammenarbeit erfolgen kann. Dafür sind gemeinsame Standards notwendig, die unabhängig von Sprache und regionalen Gepflogenheiten für jeden klar und verständlich sind. Die GS1 Standards verschaffen diese Klarheit. Daher ist die Zusammenarbeit mit GS1 Germany für uns der nächste logische Schritt.“

Korrekte Infos als Voraussetzung

Weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen Alibaba und GS1 Germany ist der effiziente Austausch von Produktstammdaten zwischen Händlern und Herstellern weltweit. Denn korrekte Produktinformationen und effizienter Datenaustausch sind Voraussetzung für einen erfolgreichen Online-Handel. Inkorrekte Daten produzieren Zeitverluste im Vertrieb und bei der Listung von Produkten, ineffiziente Logistikprozesse sowie falsche oder unvollständige Informationen für Verbraucher.

2016 einigten sich die Alibaba Group, GS1 Global und GS1 China auf eine Zusammenarbeit, um deutschen Herstellern und Händlern verbesserte Möglichkeiten für den Online-Handel in China zu bieten. Kooperationen mit weiteren GS1 Länderorganisationen wie etwa GS1 Italy und GS1 Australia erfolgten bereits.

Kein Ansprechpartner in Österreich

DISPO hat bei GS1 Österreich nachgefragt, ob eine solche Kooperation mit Alibaba auch hierzulande geplant sei.

Geschäftsführer Gregor Herzog ließ uns wissen, dass es in Österreich keinen unmittelbaren Ansprechpartner bei Alibaba gebe. GS1 Austria arbeite jedoch auf europäischer und globaler Ebene bereits mit Alibaba zusammen.

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