Report

Markt für Logistikimmobilien bleibt stabil

Der österreichische Logistikimmobilien-Markt wird von der Corona-Krise erstaunlich wenig beeinflusst. Re/Max sieht vier deutlich wichtigere Faktoren.

Immobilien Re/Max Logistikimmobilien Stefan Krejci

2019 war ein Rekordjahr. Auf mehr als 450 Millionen Euro schnellte der Transaktionswert des österreichischen Logistikimmobilien-Markts im Vorjahr. 2018 waren es noch 165 Millionen gewesen. Hauptverantwortlich waren ausländische Investitionen und einige Großtransaktionen beispielsweise durch den Industrial Campus Vienna East.

Wie der aktuelle Commercial Logistikreport 1. Halbjahr 2020 von Re/Max zeigt, hat auch die Pandemie daran kaum etwas verändert. „Der Grund dafür ist, dass sich ein Großteil der Nachfrage auf Güter des täglichen Bedarfs, Konsumartikel oder medizinische Produkte bezieht“, sagt Stefan Krejci von Re/Max Commercial.

Er wäre auch „nicht überrascht, wenn sich die Renditen heuer wieder auf dem Niveau von 2019 einpendeln werden“. Ob sich die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf das Investment für Logistikimmobilien niederschlägt, könne derzeit allerdings noch nicht abschließend beantwortet werden.

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Re/Max benennt vier Trends, die den Markt für Logistikimmobilien derzeit beleben:

1. Wachstum im E-Commerce

Während des Lockdown begannen auch Menschen, die das nie zuvor taten, im Internet einzukaufen. Rund 50 Prozent dieser Umsätze gehen allerdings an ausländische Webshops – allen voran natürlich Amazon, das erst vor kurzem ein zweites Verteilzentrum in Wien in Betrieb genommen hat.

2. Steigende Lagerbestände

Die Erfahrungen dieses Frühjahrs könnten dazu führen, dass künftig Lagerbestände ausgebaut werden. Dieser Ausbau wird zu entsprechend höherer Nachfrage nach Logistikimmobilien führen, gleichzeitig wird es aber auch eine Herausforderung werden, die dadurch anfallenden höheren Lager- und Bewirtschaftungskosten zu decken.

3. Neuverteilung von Produktionsstandorten

Ob es tatsächlich zu einer Rückverlagerung von Produktion kommt, bleibt abzuwarten. Falls ja, könnte dies auch die Nachfrage nach Logistikflächen weiter ansteigen lassen. „Sowohl der Anstieg von Lagerbeständen als auch veränderte Produktionsketten können sich zukünftig positiv auf die Branche auswirken“, glaubt man bei Re/Max.

4. Klimaschutz

In der Citylogistik werden Themen wie Micro-Hubs oder City-Hubs immer häufiger als Antworten auf den Klimawandel diskutiert. Da innerstädtische Lagen gerade in Ballungszentren auch oftmals teuer sind, könnte die Idee von „Kooperativen-Hubs“ verstärkt Fuß fassen. Während also davon auszugehen ist, dass der gesamte Warenstrom weiterhin zunehmen wird, wird die Suche nach innovativen Lösungen und Ideen, gerade für die letzte Meile, für die Immobilienbranche eine immer wichtigere Rolle spielen.

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